Dicke Luft kostet Geld (2/4)

Sonntag, 04.05.2014 - 13:13 Uhr

Unsere Welt ist in ihrer Vernetzung volatiler, unsicherer, komplexer und ungewisser denn je. Spannungen und Konflikte nehmen in Umbruchssituationen zu. Dies gilt auch für innerbetriebliche Konflikte.Stellt sich die Frage: Was eigentlich ist ein Konflikt?

Schnelle Anpassungen an sich veränderte Bedingungen und Gegebenheiten wird zu einer zentralen Herausforderung für Unternehmen. Doch Unternehmen und Gesellschaft sind bereits heute erschöpft, zumindest in Teilen (1). Der Änderungsdruck wird dessen ungeachtet zunehmen. Änderungen führen zu Spannungen, nicht zwingend zu Konflikten. Containerbegriffe (Begriffe also, in die jeder packen kann was er möchte) helfen einer stringenten Argumentationsführung nicht. Der Ansatz, Themen aus dem Begriff Konflikt herauszuhalten, ist in diesem Sinne hilfreich.

Friedrich Glasl definiert Konflikt wie folgt: „Mindestens eine Konfliktpartei ist sich der Unvereinbarkeit einer Situation mit Ihren Interessen und Bedürfnissen bewusst und drängt auf Veränderung. Einhergeht die Verfassung mit einer gespannten Gefühlslage, die es nicht zulässt, dass diese Konfliktpartei einen Ausweg aus dem Dilemma finden kann, sei es für sich oder in Kommunikation mit dem Konfliktgegner“(2)

Doris Klappenbach fasst dies griffig in der (Mediations) Formel „Konflikt = Sachebene + Gefühl“ zusammen (3) .

Kommunikationsverhalten und Klärung von Konflikten haben in einer Welt der Umbrüche eine weitreichende Bedeutung. Wie sind diese Herausforderungen zu bewältigen? Wie ist mit Konflikten, offenen und verdeckten umzugehen? Wie lässt sich Konfliktklärung in Unternehmen vorantreiben?

Es bietet sich folgende Schrittfolge an:

1. Transparenz schaffen
Transparenz über die Existenz und Ausmaß von Konflikten schaffen. Konflikt Inventur und Konfliktkostenanalysen sind geeignete Instrumente.

2. Konfliktklärung effizient gestalten
Bestehende Konflikte sind effizient zu klären. Strukturen und Prozesse unterstützen dieses Gebot. Einzelne Komponenten können zu sinnvollen Konfliktmanagementsystemen zusammengefügt werden.

Schaffung von Transparenz bezüglich unternehmensinterner Konflikte korrespondiert mit der Indikatorfunktion für die Qualität der Kommunikation in Unternehmen. In der Folge gewonnener Transparenz soll dann die Konfliktklärung möglichst effizient erfolgen. Übliche Ansätze zielen hierbei insbesondere auf Prozessorientierung und Strukturierung der Konfliktlösungsorganisation.

Mit welchen Ansätzen haben Sie sich befasst? Ist in Ihrem Umfeld die Anzahl der Konflikte gestiegen? Welche Konfliktarten haben Sie bei Ihrer Einschätzung im Blick?

Thomas Stiegler

1. Stephan Grünewald, „Die erschöpfte Gesellschaft“ Gustav Greve,
„Organizational Burnout“
2. Friedrich Glasl, Konfliktmanagement, Seite 13
3.Doris Klappenbach , Mediative Kommunikation S. 34

Zum weiter lesen:

1. Dicke Luft kostet Geld (1/4)

2. Umbrüche & Risiken

Kategorie: Alle, Change management, Kommunikation, Wandel Kommentieren »


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