Ein Wert, ein Wort: 50 Milliarden für Facebook- wo aber bleibt die Transparenz?

Dienstag, 11.01.2011 - 16:45 Uhr

Hätte es Zweifel gegeben, dass Transparenz ein Erfordernis in unserer komplexen, verlinkten und auf Informationen basierten Wirtschaft ist, so hätte die Finanzkrise dieses eindrucksvoll verdeutlicht: Einer der Ausgangspunkte waren unerkannte Überbewertungen (Blasen) von Vermögenswerten, die an andere Marktteilnehmer veräußert wurden und sich dort in den Bilanzen wiederfanden. Bis die Krise kam…

Die Subprime Mortgage Industrie hat, beispielsweise, dem Transparenzgebot (im Ergebnis) nicht entsprochen. Transparenz erfordert auf klaren Prinzipien basierte Rechnungslegungen der Unternehmen. Hierfür gibt es Regeln. Transparenz ist ein Beitrag zur Vermeidung von Verwerfungen.

Dieses vorausgeschickt, versteht man kaum, dass Investoren vor ihrem „Einstieg“ auf umfassende Informationen zum Beispiel bei Facebook (1) verzichten- und Facebook ist kein Einzelfall.

Es bauen sich wieder Blasen auf, nicht nur auf den Aktienmärkten: Immobilienmärkte in China (und den USA?), auf den Rohstoffmärkten (2) und den Märkten für Nahrungsmittel. Wie hoch ist das Störpotential für die Weltkonjunktur?

Die Fragilität der Wirtschaftlage nimmt insgesamt eher zu als ab.

Anmerkungen:
(1) Auf der Basis von Umsatz und Ergebniszahlen in ein Unternehmen zu investieren ist eher ungewöhnlich. Bei Faceboook geschieht dies, so die New York Times: „In the case of Facebook, investors were told only about the company’s revenue and profit for the last two years — hardly the kind of granular detail that most investors, even rich ones, typically require.“ Dieser Artikel der New Yorks Times beschreibt den Tech IPO Markt umfassender, als hier dargelegt,
(2) Zu der Rohstoffpreisentwicklung, siehe Explosion der Rohstoffpreise gefährdet den Aufschwung (bei Handelsblatt.com am 11.01.2011 veröffentlicht)

Ich bleibe bei meiner These: Optimismus ist gut- trotz der beschriebenen Lage, reicht aber nicht.

Thomas Stiegler

Siehe auch:
Euphorie, Optimismus, Risiken .

Kategorie: Alle, Konjunktur, Risikomanagement, Weltwirtschaft 3 Kommentare »

3 Reaktionen zu “Ein Wert, ein Wort: 50 Milliarden für Facebook- wo aber bleibt die Transparenz?”

  1. Thomas Stiegler

    Transparenz und Wert: Die Facebook Story geht sicherlich noch eine Weile weiter. Interessanter Link:

  2. Thomas Stiegler

    Auch das ist ein Beispiel: http://www.businessinsider.com/andreessen-horowitz-invests-80-million-in-twitter-2011-2

  3. tStiegler

    Yahoo Chefin Carol Bartz sieht eine Bubble im Valley. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/yahoo-chefin-carol-bartz-wir-sind-mitten-in-einer-neuen-internetblase-1.1062186-3