Kategorie: Asien


Überraschung aus China?

6. Januar 2013 - 08:38 Uhr

Naja, weder überraschend, noch schockierend: Die Neuzulassungen von PKW´s in China übertrafen 2012 die Werte Europas (China 2012: 13,2 Millionen, Europa;12,5 Millionen)- so die Süddeutsche Zeitung.

Und eine analoge, etwas zeitversetzte Entwicklung erwarten Experten für die Produktionsvolumen im Jahr 2013 ( China 2013: 19,6 Milionen, Europa: 18,3 Millionen), so berichtet das Handelsblatt.

Also, nicht überraschend. Die Entwicklung von Produktion und Absatzen der Automobilindustrie ist lediglich ein Beispiel der Verschiebunge der Gravitationsachsen der Weltwirtschaft.

Thomas Stiegler

Kommentieren » | Alle, Asien, China, Globalisierung

Krise oder was- Fortsetzung*

12. August 2012 - 16:19 Uhr

Einbrechende Exportdynamik Chinas
Die Wachstumsraten der Exporte Chinas sind im Juli eingebrochen- mehr als erwartet (1). „China’s trade surplus will continue to narrow in August, as export growth is likely to stay low, according to a report issued by the Financial Research Center of Bank of Communications.“ , so zu lesen in China Daily (2). Diese Entwicklung wird also weiter gehen. Die Ursache ist klar und schnell beschrieben: Die Gefahr einer Rezession in Europa gepaart mit verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA und einer weiterhin schwächelnden japanischen Konjunktur macht den Exporteuren Chinas zu schaffen.

Globale Abwärtsspirale
Aber auch die Importe schwächeln. „Imports, too, disappointed, with an increase of 4.7 percent, underscoring that domestic demand had not been buoyed as much as hoped by efforts to foster bank lending and infrastructure work.“ (3) Das trifft Exporteure, dies wird an konjunkturellen Entwicklung aller exportorientierten Nationen- Deutschland inclusive- nicht spurlos vorbei ziehen. Der ifo Geschäftsklimaindex vom Juli Zeigt deutliche Bremsspuren und wohl nicht nur der Verschuldungskrise in Europa wegen (4).

Die chinesische Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die Reaktionen von Peking auf die aktuelle Entschleunigung der wirtschaftlichen Dynamik hat globalen Einfluß. „One can be optimistic about China for the long term and still be fearful for the next turn in its business cycle.“

Thomas Stiegler

*) Fortsetzung eines “>Blogbeitrages

1. China Daily : „Chinese Export Growth Tumbles” China’s July exports slow sharply“

New York Times: „Chinese Export Growth Tumbles“

Manager Magazin „Chinas Exportmotor stottert gewaltig“

2. China Daily: “China’s trade surplus to narrow in August”

3. „Chinese Export Growth Tumbles“

4. Konjunktur Überraschung

5. Tyler Cowen, Professor of economics at George Mason University in der New York Times

1 Kommentar » | Asien, China, Konjunktur

Ciao Dollar, Ciao Euro, Ciao Yuan

19. April 2011 - 15:29 Uhr

Begrüßung und Verabschiedung, das ist die Bedeutung von Ciao gemäß Wikipedia (1). Kein Abschied vom Dollar. Kein Abschied vom Euro. Kein Abschied vom Yuan: Diese drei Währungen seien begrüßt- in einer neuen Währungswelt.

Klar ist: Entwicklungen nehmen Fahrt auf, Entwicklungen gewinnen Momentum. Die Gewichte von Währungen verschieben sich- das ist nichts Neues. So ist das britische Pfund schon lange nicht mehr die beherrschende Weltwährung, die es einmal war. Ciao und Willkommen Yuan. Ciao und Willkommen Euro. Ciao und Willkommen Dollar.

Unsere Währung und Euer Problem

Die Welt hat sich gewandelt. Bekanntlich hat der damalige US-Finanzminister John Connally 1971 europäischen Counterparts erklärt, dass der US Dollar die amerikanische Währung sei, aber das Problem der Partner (2) – klar und treffend. Diplomatisch allerdings klang diese Position nicht, war es auch nicht, traf aber den Kern: Die USA schickten sich damals an, den Goldstandard abzuschaffen und die Lasten (des Vietnamkrieges) auf andere abzuladen- ein durchaus effizientes Verfahren, damals.

Sucht man mittels Google „Our Currency and your problem“ offenbart sich eine interessante Verschiebung. In der Liste geht es dann immer wieder um China und den Yuan- in der einen oder anderen Perspektive und Interpretation.

Verschiebung der Gravitationsachsen bei Währungen…..

Die Bedeutung der Chinesischen Währung wächst. Das ist wenig überraschend. In Folge der wirtschaftlichen Dynamik Chinas ist dies eine naheliegende Entwicklung. Asiatische Zentralbanken wollen ihre Währungsreserven diversifizieren, so berichtet Bloomberg News (3). „ Asian central banks have agreed to look for new avenues for diversification, according to an e- mailed from the Philippine Department of Finance“ . Dies korrespondiert mit der Absicht der chinesischen Führung den Yuan neben Dollar und Euro als Reservewährung zu etablieren.

… mit Auswirkungen auf die Gravitationsachsen der Realwirtschaft

Die Abrechnung bedeutender Anteile der Warenströme in Yuan ist eine naheliegende und zu erwartende Folge dieser Entwicklung. „China muss sich dann nicht mehr um die Wechselkurse sorgen und kann eine an den binnenwirtschaftlichen Erfordernissen ausgerichtete Geldpolitik betreiben“ , analysiert die Wirtschaftswoche (4).
Das Fazit des Artikels: Die Weltwirtschaft profitiert davon, wenn sich der Yuan als weitere Leitwährung neben Dollar und Euro etabliert.

Es geht nicht nur um Währung

Der Chinesische Binnenmarkt unterliegt bereits jetzt einer gigantischen Dynamik (5). Zudem zielt der aktuelle, gerade in Kraft getretene 5 Jahresplan auf eine Konsum Orientierung der chinesischen Wirtschaft. Eine binnenwirtschaftlich orientierte Geldpolitik verstärkt diesen Effekt. Und genau die wird derzeit betrieben: Die Inflation ist aus offizieller chinesischer Sicht zu hoch. Derzeit bremst die Zentralbank Chinas. Stärkung des Yuan sowie Etablierung des Yuan als Leitwährung erhöht die Handlungsspielräume der Zentralbank Chinas.

Inflationsraten in China: Von Bedeutung nicht nur für China

Hohe Inflationsraten (6) in China betreffen und treffen andere Teile der Welt. Steigende Preise von Vorprodukten und Produkten aus China ist das eine. Es wird aber auch Verschiebungen der Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen geben. Und dies trifft Intel, Ford und GM ebenso wie BMW, Audi und Volkswagen. Unternehmen in den USA und Europa also, aber ebenso Kupferminen in Chile, sofern sich die wirtschaftliche Dynamik Chinas verändert.
Und hier setzt der Handlungsbedarf für europäische und deutsche Unternehmen ein. Die New York Times (7) resümiert: „Because China is now the world’s second largest economy, after the United States, and because the country has been a leading source of global growth during the last two years, money problems here can reverberate from Wal-Mart to Wall Street and the world beyond.“

Strategie

Haben Sie die Yuan Entwicklung auf dem Radar? Analysen liegen vor). Sind Sie auf diese Veränderungen vorbereitet? Es deuten sich sowohl für Beschaffungs- als auch für Absatzmärkte erhebliche Veränderungen an- nicht bedrohlich, aber: diese Veränderung bedürfen der permanenten Beobachtung. Tun Sie das?

Thomas Stiegler

(1) Ciao

(2) Zusammengefasst hat er die US Position auf Fragen von Journalisten „It’s our currency, but it’s your problem.“ (Der Dollar ist unsere Währung, aber Ihr Problem.) siehe hierzu Wikipedia.

(3) Bloomberg News

(4) Wirtschaftswoche

(5) New York Times „The Impact of China’s Consumers“ Auch der Werbemarkt in China unterliegt einer gigantischen Dynamik. „China’s ad market has grown by 40 percent a year over the last two decades; some reports expect China to replace the United States as the world’s largest ad market as soon as 2020.“

(6) Inflationsraten Chinas im Blog

(7) Analyse in der New York Times

Kommentieren » | Asien, China, Globalisierung, Konjunktur, Strategie, Weltwirtschaft

Auf dem Weg zum Weltmarktführer

18. April 2011 - 08:18 Uhr

Es ist hinlänglich bekannt, häufig und von vielen aber verdrängt: Einige Chinesische Unternehmen haben die Weltmärkte im Visier und dies mit Erfolg. Huawei, 1988 von Ren Zhengfei gegründeter Telekommunikationsausrüster mit Sitz in Shenzhen, ist eine von diesen.

Huawei „narrowed the gap with global market leader Ericsson AB to about two weeks of sales after revenue almost tripled in the past five years.“ so die Bloomberg Business Week.

Das ist Wachstum, das ist Dynamik. Und: Ein Beitrag zur Verschiebung der Gravitationsachsen der Weltwirtschaft.

Thomas Stiegler

1 Kommentar » | Asien, Globalisierung

Fragile Konjunktur

15. April 2011 - 08:45 Uhr

Die wirtschaftliche Entwicklung Chinas im ersten Quartal:

• Hohes Wachstum- 9,7 % ,
• erhebliche Preissteigerungen für Lebensmittel- 12 %
• Entwicklung der Verbraucherpreise gesamt -5,4%

Die Inflationsrate in China ist also weiter gestiegen, obwohl Inflation das Top Wirtschaftsthema in China ist und Bremsmassnahmen eingeleitet sind. So wurde beispielsweise der Leitzins seit Oktober 2010 bereits 4 mal erhöht. Ausgang der Bremsung: offen- harte Landung aber denkbar. Fragile Weltkonjunktur!

Kurz: Die Rückkopplungen zu unserer konjunkturellen Entwicklung sind erheblich. Da hilft nur eins: Beobachten, Einschätzen, Bewerten.


Zum Vertiefen
1. Zur aktuellen Wirtschaftsentwicklung in China Handelsblatt und Wallstreet Journal
2. Zu Rolle und Vorgehen der chinesischen Zentralbank

Kommentieren » | Asien, Konjunktur

Verschiebungen: Anteile der weltweiten Forschungsaktivitäten verschieben sich

11. April 2011 - 08:23 Uhr

Die Britain’s Royal Society analysierte die weltweiten Forschungsaktivitäten. Als Aktivitätsindikator verwendeten die Autoren der Ende letzten Monats veröffentlichten Studie die Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen und verglichen die Zeiträume 1999 bis 2003 mit 2004 bis 2008.

Der Anteil der wissenschaftlichen Veröffentlichungen von US-Wissenschaftlern sank von 26,4 % auf 21,2 %. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Veröffentlichung chinesischer Wissenschaftler von 4,4 % auf 10,2 %.

Das ist eine beachtliche Verschiebung.

Thomas Stiegler

Gemäß Bericht der New York Times

Kommentieren » | Allgemeines, Asien, Globalisierung

China Strategie: Technologiemärkte

12. Dezember 2010 - 14:48 Uhr

Wissenschaftliche und technologische Innovationen werden für China während der Laufzeit des zwölften 5 Jahresplans (2011 und ff.) weiter an Bedeutung gewinnen. Dies stellt für viele, auch europäische Unternehmen Chance und Risiko dar. Diesbezüglich bin ich gerade auf einen interessanten Artikel im „Harvard Business Review“ (Dezember 2010, Orginalausgabe) gestoßen.

Unter dem Titel „China vs the World: Whose Technology is it“ analysieren die Autoren Prof. Thomas M. Hout und Prof. Pankaj Ghemawat das politische und wirtschaftliche Umfeld der chinesischen Technologiemärkte. Oftmals bestehen regulative und politische Anforderungen neueste Technologien in Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen einzubringen um Zutritt zu chinesischen Absatzmärkten zu erhalten.

Die Autoren befassen sich mit zwei Diskussionslinien, entlang derer Unternehmen ihre Chinastrategie überarbeiten sollten.

• Zum einen müssen Unternehmen sich mit der Frage auseinandersetzten, wie die Wettbewerbsrisiken in China und global infolge von Technologietransfers an chinesische (Partner)Unternehmen einzuschätzen und zu managen sind.
• Zum zweiten stellt sich die Frage aus entgegen gesetzter Richtung: Welche Technologien müssen in China entwickelt werden, um diesen schnell wachsenden Markt bedienen zu können?

Der Artikel diskutiert diese Fragestellungen unter Berücksichtigung der langfristigen Strategie Chinas. Beispiele unterlegen die Ausführungen.

Ein lesenwerter Beitrag für all jene, die sich aktuell mit der Entwicklung oder Überarbeitung Ihrer China Strategie befassen.

Zur Vertiefung:
Blogbeitrag vom 5.12.20120

Thomas Stiegler

1 Kommentar » | Asien, Globalisierung, Weltwirtschaft

China Strategie: Wie weit sind Sie?

5. Dezember 2010 - 16:16 Uhr

2011 ist das erste Jahr des nächsten 5 Jahresplans Chinas. Es ist der zwölfte- und er scheint ein bedeutsamer zu sein. Chinas Wirtschaft boomt, hat mittlerweile den Rang 2 in der Weltwirtschaft erlangt und steht nunmehr vor einer größeren Transformation: Die Inlandsnachfrage wird dem Plan zu Folge an Bedeutung gewinnen, die wissenschaftlichen und technologischen Innovationen ebenso. Maßnahmen zur Schonung natürlicher Ressourcen und Umweltschutz sollen Bestandteil der Politik der nächsten 5 Jahre werden.

Die unglaubliche Summe von 1,5 Billionen $ soll Meldungen (1) zu Folge in strategische Industrien investiert werden. Und das sind die strategischen Felder:

• erneuerbare Energien (alternative energy)
• Biotechnologie (biotechnology)
• IT der nächsten Generation (new-generation information technology)
• (High end) Maschinenbau/ Bau von Produktionsanlagen (high-end equipment manufacturing)
• moderne und neuartige Werkstoffe (advanced material)
• Autos mit alternativen Antrieben/ Elektroautos (alternative-fuel cars)
• Umweltfreundliche Technologien und Umwelttechnik (environmentally friendly technolgies)

Keine Frage, die aufgerufenen Summen sind unvorstellbar hoch. Ob diese tatsächlich sinnvoll in diese Industrien investiert werden können, kann und wird durchaus bezweifelt.

Diese Berichte sind bisher nicht bestätigt: Klar scheint aber die veränderte strategische Ausrichtung der chinesischen Wirtschaftsentwicklung. Und das ist die eigentliche Message.

Der schnellste Computer wurde in China (2) entwickelt und steht auch dort. Seit kurzem wissen wir auch, dass der schnellste Zug in China fährt (3).

Gravitationsachsen der Zukunftsbranchen verändern sich. Chinesische Unternehmen werden vermehrt Hightec- Produkte in Absatzmärkte verbringen. Es entstehen neue Wettbewerber. Eingespielte Lieferketten werden in der Zukunft nicht mehr wirtschaftlich funktionieren. Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen werden sich verändern.

Chancen und Risiken liegen nahe beieinander. Es gilt diese strategischen Herausforderungen zu durchdenken und in Planungen und Maßnahmen aufzunehmen.

Wie weit sind Sie mit der „China Strategie“ in Ihrem Unternehmen? Ganz ehrlich: Wie weit sind Sie?

Thomas Stiegler

Zum Vertiefen
1. Reuters, aber auch die größte englischsprachige Tageszeitung der Volksrepublik China (in Staatseigentum)
China Daily , sowie das Handelsblatt

2. In meinem Beitrag vom 31.10.2010 zu „China Strategie“ habe ich das Beispiel schnellster Computer bereits erwähnt

3. Schnellster Zug

1 Kommentar » | Asien, China, Globalisierung, Strategie, Supply Chain, Weltwirtschaft

Kennen Sie……

3. November 2010 - 15:59 Uhr

…..Quanta, Compal oder Wistron? Dann sind Sie Brancheninsider. Sie kennen sich in der IT Industrie aus: Bei diesen Firmen handelt es sich um IT Equipment Fertiger von gigantischer Größe. Vermarktet werden diese Produkte von Firmen wie HP, Acer, Dell und Co.

Laut CRN.de stammen ca 90 % der weltweiten Notebook Produktion aus den Fabriken von 7 taiwanesischer Unternehmen mit Produktionsschwerpunkt in China- eine seit Jahren nahezu stabile Situation.
Übrigens, Quanta fertigt 60 Mio, Compal 56 Mio und Wistron 36 Mio Notebooks pro Jahr- das sind mehr als 75 % der gesamten Jahresproduktion von ca 200 Mio Einheiten.

Wie kam es zu dieser Aufgabenverteilung? Die Supply Chain in der IT Industrie hat sich Zug um Zug und dennoch radikal geändert. Integrierte Herstell- und Vertriebsunternehmen lagerten Aufgaben, Tätigkeiten und Verantwortungen aus. Auftragsfertiger wurden zu Partnern, die Komplexes bewerkstelligen: Research & Development, Produktentwicklung, Beschaffung von Vorprodukten, Produktion und Assemblierung. Fehlen noch Vermarktung und Distribution- die befindet sich schwerpunktmäßig in den Händen der „Etablierten“ der Branche. Ausnahmen: Acer und ASUS. Die vormals integrierten PC und Notebook Firmen (HP & Co) sind in diesem Spiel vorwiegend Vermarkter im umfassenden Sinne, durchaus Impulsgeber, vielleicht auch mit Research & Development oder auch Produktentwicklung befasst. Bei dieser Transformation der Supply Chain wanderte viel Know How zu den Fertigern, nicht nur Fertigungsknow How.

Ist die Transformation der Supply Chain in der PC und Notebook Industrie ein „Master“ auch für andere Industrien? Sehen Sie solche Tendenzen in Ihrer Industrie? Welche Auswirkungen hat diese Überlegung für Ihr Unternehmen? Wie gestalten Sie unter strategischen Gesichtpunkten Ihre Supply Chain?

Thomas Stiegler

Kommentieren » | Asien, Globalisierung, Innovation, Supply Chain, Weltwirtschaft

China Strategie

31. Oktober 2010 - 11:53 Uhr

Die Chinesische Wirtschaft ist seit kurzem die zweitgrößte der Welt. Und die Wachstumsraten sind nach wie vor auf hohem Niveau. In einigen Jahrzehnten wird die Chinesische Wirtschaft weltweit die größte sein (1) .
Damit kehrt historische Normalität ein, wie Havard Professot Kirby lapidar meint. Die chinesische Wirtschaft war nach allgemeiner Auffassung bis ins 19 Jahrhundert die größte der Welt, die Reichsten der Welt lebten dort. (2).

Normalität also, doch der Entwicklungspfad hat Folgen: Die Entwicklung Chinas hat so manches Geschäftsmodell in das Reich der Vergangenheit geschickt, weitere werden folgen. Umbrüche werden Unternehmen bedrohen, die sich zentraler strategischer Herausforderungen und Themen nicht bewusst sind und sich diesen nicht annehmen.

Die Gravitationsachsen verschieben sich

Einige Beispiele:

• Bereits in der Vergangenheit waren die Investitionen Chinas in regenerative Energien auf hohem Niveau: In den Jahren 2000 bis 2009, lag die Summe der privaten und der öffentlichen Investitionen in regenerative Energien Chinas bei 72 Milliarden US $, (zum Vergleich: die USA investierten ca 67 Milliarden US $ und Deutschland $38 Milliarden US $ in diese Technologien .(3) Laut Wirtschaftswoche 44/2010 investiert China in den nächsten 5 Jahren ca 760 Mrd. US-$ (540 Milliarden Euro) in Wind- und Solarenergie. Folge: die Märkte verändern sich mit hoher Geschwindigkeit. Chinesische Anbieter gewinnen an Bedeutung, technologisch und wirtschaftlich und werden dies in weltweiten Vermarktungsstrategien nutzen (4)

• Noch freuen sich VW, BMW und Mercedes über die Dynamik des chinesischen Marktes, und ein nennenswerter Anteil der derzeitigen deutschen konjunkturellen Entwicklung ist dieser Nachfrageentwicklung geschuldet (5). Nicht vergessen: Die Chinesischen Anbieter bereiten sich auf die nächste Phase vor. Und die Elektromobilität wird dieser Entwicklung einen weiteren Schub verleihen (6). Das Wachstum der regenerativen Energie und die Entwicklung der Elektromobilität sind zwei sich ergänzende Strategien.

• Und jetzt auch das noch: Der schnellste Computer kommt aus China und steht dort auch noch- Tschüss , Servus, Ciao westliche High- Tech Dominanz (7).

Unterschiedliche Schlaglichter auf die Entwicklungen in China: Es zeigt aber die Veränderungen der Gavitationsachsen.

Strategische Herausforderung

Vergleichbare Umbrüche erfolgen in anderen Branchen mit ähnlicher Geschwindigkeit. Wettbewerbslage bei uns, in China, aber auch Drittländern verändert sich.

Aus der Traum, China als Absatzmarkt für westliche Produkte zu sehen. Aus also mit der Traum 1, 3 Milliarden Chinesen warten auf westliche (Konsum-) Güter. Aus der Traum, Vorprodukte und Rohstoffe aus China günstig beziehen zu können. Die Lage bei seltenen Rohstoffen ist hier nur eines der Themen (8). Aus der Traum, dass ansonsten mit keinen wesentlichen Änderungen zu rechnen ist.

Fast jedes Unternehmen wird sich mit Konkurrenz aus China befassen müssen.

Fazit:

Das kann doch nur heissen:
Die Chinastrategie der Unternehmen gehört auf den Prüfstand. Wenige Unternehmen können sich dem entziehen. Es gilt auch für mittelständische Unternhemen eine globale Sicht zu entwickeln. Die Branchen sind aus globaler Perspektive zu analysieren- Welche neuen Wettbewerber laufen sich bereits warm? Welche Technologien verändern das Wettbewerbsumfeld? Welche Ersatzprodukte und Dienstleistungen sind in der Pipeline? Oder liegt Analyse und Strategie bereits in Ihrer Schublade? Ist das bereits alles vorhanden?

Thomas Stiegler

Zum weiterlesen:

Blogbeitrag, mit Literaturhinweisen

Anmerkungen :

1. China überholt Japan als zweitgrößte Wirtschaft der Welt

2. “Historische Normalität”
Siehe auch Kishore Mahbubani “The New Asian Hemisphere: The Irresistible Shift of Global Power to the East” S.131 ff

3. Report der Deutschen Bank

4. Wie passt das in das weit verbreitete Bild, China würde auf Umwelt bei seinen Wachstumsstrategien keine Rücksicht nehmen? Siehe hierzu auch den Havard Blogger Andrew Winston

5. Entwicklungen der Autoindustrie- aber auch eine Analyse des zukünftigen Wettbewerbs.

6. Elektromobilität und ein Beitrag zu Strategien chinesischer Hersteller

7. Supercomputer

8. Seltene Erden

Kommentieren » | Alle, Asien, Globalisierung, Strategie, Wandel, Weltwirtschaft

« Ältere Einträge