Kategorie: Innovation


Work Life Balance

6. Juli 2011 - 07:09 Uhr

Immer und Überall erreichbar- die Grenzen zwischen Job und Privatleben verschwimmen und in Folge der steigenden Verbreitung von Smartphones und Tablets geht diese Entwicklung weiter. Nichts neues, seit längerem beschrieben, beklagt von den einen und bejubelt von anderen.

.Eine neue und repräsentative Studie des Hightec Verbandes Bitkom berichtet, dass „29 Prozent der Arbeitnehmer jederzeit für berufliche Zwecke telefonisch oder per E-Mail erreichbar“ seien. „Weitere 45 Prozent sind nur zu bestimmten Zeiten außerhalb der Arbeitszeiten erreichbar, zum Beispiel am Abend oder am Wochenende. 15 Prozent geben an, dass sie nur in Ausnahmefällen erreichbar sind“, so die Bitkom Pressemitteilung.

Da heißt es Chancen nutzen: wirtschaftlich für innovative Formen der Arbeitsorganisation und Geschäftsmodelle und persönlich für ein Mehr an Zeitautonomie, Pausenzeiten und Work Life Balance eingeschlossen.

Wahrlich eine Herausforderung!

Thomas Stiegler

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Reisebericht

2. Juni 2011 - 14:01 Uhr

Jetzt ist es nicht mehr zu Übersehen: Streifen Sie einmal durch einen Zug der gefüllt oder überfüllt mit Geschäftsreisenden ist: Die Anteil der Tablets ist bemerkenswert. Schauen Sie sich auf Flughäfen in den Wartebereichen und während der Flüge in den Flugzeugen um: Gleiches Bild. Tablets sind das derzeitige „Must Have“ aus dem Spielzeugladen für Erwachsene. Und wir wissen: Der Marktanteil von Apple ist gut 70 % , den Rest teilen sich die anderen – derzeit.

Auf der Computex in Taipeh (weltweit zweitgrößte Messe der IT Industrie) sind derzeit Neuigkeiten zu bewundern. Auch dieses Jahr ist die iPad Konkurrenz eines der zentralen Themen auf der Messe.
Die Aufholjagd hat längst begonnen, ohne deutliche Marktanteilsverschiebungen. Die Schlacht der IT Industrie wird zudem in anderen Dimensionen geschlagen. Auch bei Tablets geht es längst nicht nur um „ Hardware“ . In der IT Industrie geht der Kampf um Plattformen und umfassende Strategien. Apple bereitet den Gerüchten und Erwartungen zu Folge bereits nächste Schritte vor viele der Tablet Newcomer haben dem nichts entgegen zusetzen.

Die Tablets sind bereits jetzt fester Bestandteil der mobilen Kommunikation. Die privaten und geschäftlichen Nutzungen verschwimmen. Beide Trends werden sich weiter verstärken.

Thomas Stiegler

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New Tech Bubble?

29. März 2011 - 08:22 Uhr

Nicht in Deutschland, soviel ist sicher.

Der Venture Capital Markt in Deutschland ist im Vergleich zu anderen europäischen und internationalen Märkten wenig entwickelt. Die Folge: Unternehmensfinanzierung ist hierzulande für viele Start-Ups ein schwieriges und fast unlösbares Problem. Wie aber sollen Innovationsunternehmen starten, wenn die Finanzierung nicht steht?

Das Risiko einer Internet -oder Technologieblase in Deutschland ist also marginal. Da sind die Risiken z.B. in den USA deutlich größer. Da sind wir uns sicherlich einig?

Thomas Stiegler

1. Zum weiter lesen im Blog aber auch

2. Carol Bartz im Süddeutsche Interview

3. Analyse in der New York Times

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Internet Nutzung

27. März 2011 - 17:26 Uhr

Überraschung

Welch eine Überraschung: „Das Internet ist aus dem Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken“ -und das in einer Gesellschaft die sich immer mehr zu einer Wissensgesellschaft entwickelt. Deutschland ist weit davon entfernt, die Sperrspitze dieser Entwicklung zu sein. Im europäischen Vergleich befindet sich Deutschland weit abgeschlagen auf Platz 8.

Deutschland ist innovativ- so ist zu hören und zu lesen

Deutschland, ein Land von Dichtern , Denkern, Tüftlern und Innovatoren! So ist häufig das Eigenbild.
Doch: Manch Einer in manch einem Unternehmen wird lernen müssen: Innovation ist nicht nur Produktinnovation. Besser und schneller biegen, besser und schneller formen auch besser und schneller schweißen erhöht die Produktqualität und die Produktivität. Das ist nicht zu vernachlässigen. Innovationen können und müssen sich aber auf mehr beziehen- auch auf Dienstleistungen, (Internet-)Dienste und auf Geschäftsmodelle. Es geht eben oftmals nicht nur um Produkte- und dann ist Wissen und Können bedeutsam. Und hier kommt dem Web erhebliches zu. Und aus diesem Grunde ist der achte Platz ein wenig erschreckend- oder?

Thomas Stiegler

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Change

10. März 2011 - 11:37 Uhr

Vergessen Sie es: Ein zurück in ruhige, „normale“ Zeiten wird es nicht geben. Die Veränderungen sind viel zu tiefgreifend, viel zu rasant, als dass dies zu erwarten sein würde- Klimawandel, Energieversorgung, Wasserversorgung, Versorgung mit Nahrungsmitteln- ungelöste Themen von globalem Ausmaß.

Aber auch:

• Die Gravitationsachsen der Weltwirtschaft haben sich bereits deutlich verschoben- diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen. Die Turboentwicklung Chinas ist allgemein bekannt, in Auswirkung und Umfang, so scheint mir, häufig aber verdrängt. Und diese Entwicklung ist nur ein Beispiel unter anderen: Schauen Sie sich die Entwicklung von Singapur an, Brasilien oder anderen.
• Das Wettbewerbsumfeld vieler Branchen hat sich bereits deutlich verändert. Neue Wettbewerber tauchen auf, teils unvermutet, teils absehbar. Zwei Beispiele: Da wird der Computerkonzern Apple zum Musikanbieter (iTunes) und Telefonhersteller (iPhone) und revolutioniert durch Schaffung von Plattformen diese Industrien, kreiert eine neue Gerätekategorie (iPad) und macht so manches Geschäftsmodell obsolet. Da verschlafen erfolgsgewohnte Industrien neue Entwicklungen- Antriebe in der Automobilindustrie, halten an Altem fest, Unterschätzen das Transformationspotential dieser Entwicklungen, zumindest dem Anscheine nach lange, ob zu lange wird sich zeigen. Die Entwicklung des chinesischen, vormaligen Batterieherstellers „Built your Dreams“ und des amerikanischen Startups Tesla lässt auf alle Fälle Raum für Phantasie. Das sind Beispiele- in anderen Branchen sind vergleichbare Verschiebungen und Umbrüche denkbar, von Solarindustrie bis zu Maschinenbau. Und dies ist allgemein bekannt in Auswirkung und Umfang aber häufig unterschätzt.
• Technologische Entwicklungen: Mit dem Internet hat sich längst eine Basistechnologie etabliert, die ihr hohes Transformationspotential in Teilen bereits gezeigt hat. Das private und geschäftliche Kommunikationsverhalten hat sich bereits verändert und wird sich weiter ändern. Datenumfang und Tiefe wird weiter und dramtisch steigen. Das Internet der Dinge steht erst am Anfang seiner Entwicklung.

Eine konjunkturelle Erholung bedeutet da lediglich eine Verschnaufpause. Die Fragilität der Entwicklung, die irritierende Schwankungsbreite von Interpretationen, die Geschwindigkeit wechselnder Erklärungen und Prognosen spiegelt dies wieder. Unternehmen müssen sich auf Wandel und Veränderung vorbereiten und einlassen, immer wieder neu. Change, die Fähigkeit zur ständigen Anpassung, die Fähigkeit Strategien zu entwickeln und umzusetzen Althergebrachtes in Frage zu stellen, kritische Diskussionen zu zulassen und zu fördern, all dies stellt für viele Unternehmen eine existenzielle Herausforderung dar. Hier gilt es strategische Initiativen, Prozesse und Organisationsstrukturen Kompetenzen von Mitarbeitern und Unternehmenskultur in Einklang zu bringen.

Thomas Stiegler

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Apple & Verizon: Es geht nicht nur um Betriebssysteme für Smartphones

12. Januar 2011 - 07:00 Uhr

Die Gerüchte haben ein Ende: Apple kommt einen Schritt im Kampf der Plattformen voran. Die Partnerschaft zwischen Verizon und Apple in den USA und die Einführung des iPhones 4 durch einen zweiten großen Mobilfunk Provider in den USA wird insbesondere zu Lasten der Wachstumsraten von Googles Android gehen. Auch die Aufholjagd von Microsoft mit Windows 7 im Smartphone Markt wird erschwert, Nokias Leben wird auch nicht leichter.

Vordergründig geht es um unterschiedliche Betriebssysteme bei Smartphones. Bei dem Kampf der Plattformen geht es um mehr: Es geht um sehr unterschiedliche Konzepte zur weiteren Gestaltung der zukünftigen IT und Kommunikationswelten. Es geht also auch um die Deutungshoheit der zukünftigen Strukturen und Prozesse von IT und Netz. Und es geht um Rahmenbedingungen zukünftiger Geschäftsmöglichkeiten in dieser Industrie.

Thomas Stiegler

Zum Weiterlesen und zur Abrundung: EInschätzung der New York Times zum Thema

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Kennen Sie……

3. November 2010 - 15:59 Uhr

…..Quanta, Compal oder Wistron? Dann sind Sie Brancheninsider. Sie kennen sich in der IT Industrie aus: Bei diesen Firmen handelt es sich um IT Equipment Fertiger von gigantischer Größe. Vermarktet werden diese Produkte von Firmen wie HP, Acer, Dell und Co.

Laut CRN.de stammen ca 90 % der weltweiten Notebook Produktion aus den Fabriken von 7 taiwanesischer Unternehmen mit Produktionsschwerpunkt in China- eine seit Jahren nahezu stabile Situation.
Übrigens, Quanta fertigt 60 Mio, Compal 56 Mio und Wistron 36 Mio Notebooks pro Jahr- das sind mehr als 75 % der gesamten Jahresproduktion von ca 200 Mio Einheiten.

Wie kam es zu dieser Aufgabenverteilung? Die Supply Chain in der IT Industrie hat sich Zug um Zug und dennoch radikal geändert. Integrierte Herstell- und Vertriebsunternehmen lagerten Aufgaben, Tätigkeiten und Verantwortungen aus. Auftragsfertiger wurden zu Partnern, die Komplexes bewerkstelligen: Research & Development, Produktentwicklung, Beschaffung von Vorprodukten, Produktion und Assemblierung. Fehlen noch Vermarktung und Distribution- die befindet sich schwerpunktmäßig in den Händen der „Etablierten“ der Branche. Ausnahmen: Acer und ASUS. Die vormals integrierten PC und Notebook Firmen (HP & Co) sind in diesem Spiel vorwiegend Vermarkter im umfassenden Sinne, durchaus Impulsgeber, vielleicht auch mit Research & Development oder auch Produktentwicklung befasst. Bei dieser Transformation der Supply Chain wanderte viel Know How zu den Fertigern, nicht nur Fertigungsknow How.

Ist die Transformation der Supply Chain in der PC und Notebook Industrie ein „Master“ auch für andere Industrien? Sehen Sie solche Tendenzen in Ihrer Industrie? Welche Auswirkungen hat diese Überlegung für Ihr Unternehmen? Wie gestalten Sie unter strategischen Gesichtpunkten Ihre Supply Chain?

Thomas Stiegler

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Innovation und Kundenorientierung: Haben wir schon immer so gemacht

5. Juli 2010 - 14:42 Uhr

Wirtschaftliches Wachstum bedeutet Wohlstand und politische Stabilität – das ist die gesellschaftliche Sicht. Für Unternehmen ist Wachstum eine Frage des langfristigen Überlebens. Verständlich und wenig überraschend, dass immer mehr Unternehmen auf Wachstum schalten.
„Manager auf Wachstumskurs haben europaweit zwei strategische Schwerpunkte: Innovationen in Produkte und Dienstleistungen sowie stärkere Orientierung am Kunden“, so das Handelsblatt am 04.0.2010 in der Online Ausgabe.

Das ist ja mal etwas Neues. Aber jetzt mal im Ernst: Wie viele Unternehmen postulieren, Kundenorientierung sei Ihnen egal. Und wie viele Unternehmen betonen, Innovationskraft und Innovationen sei nicht wichtig. Aus meiner Sicht sind die strategischen Stoßrichtungen Kundenorientierung und Innovation absolut sinnvoll und notwendig, klar. – Aber das ist doch kein Erkenntnisproblem, sondern eine Frage der Umsetzung des Erkannten. Und hier hapert es häufig.

Mit Produkten und Dienstleistungen von gestern oder heute werden sich die Märkte von Morgen nicht erobern lassen. Prozesse von gestern oder heute werden die Geschäfte von Morgen nicht bewältigen. Geschäftsmodelle von gestern und heute werden den Zukunftstest nicht bestehen. So meint beispielsweise Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger im oben zitierten Handelsblatt Artikel: „Das eigentliche Sachgut tritt immer mehr in den Hintergrund. Den Umbruch haben viele Firmen hierzulande verschlafen.“

Die Veränderungen und Umbrüche in Wirtschaft und Gesellschaft sind umfassender als in den vergangen Jahren. Mit einer „Das haben wir schon immer so gemacht“-Kultur, einer Kultur des Verharrens, einer Konjunktivkultur („wir könnten, wir sollten“ – anstatt zu tun) wird sich Zukunft nicht gewinnen lassen. Gefordert sind Aktionsvermögen, Reaktionsvermögen, Schnelligkeit, Anpassungsfähigkeit, Handeln im strategischen Rahmen.

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Erfolg von Windows 7 ist kein Zufall: Strategie und Umsetzung sind das zentrale Thema für Erfolg

29. Mai 2010 - 18:58 Uhr

Ohne strategisches Denken und Handeln ist eine Zukunftssicherung von Unternehmen nur schwer vorstellbar. Das strategisch Gewollte und das Gemachte: Das sind zwei verschiedene Dimensionen. Strategie und Umsetzung gehören zusammen – und dies ist eine Führungsaufgabe. Nur so lassen sich nachhaltige Erfolge erzielen.

Von Beispielen lernen

Vista hat Kunden und Partner von Microsoft enttäuscht- mit der Einführung hat Microsoft viel verspielt: Image, Reputation, Sympathien. Und das in einer Phase des Umbruchs der IT Industrie: Aufstieg von Google, große Erfolge bei Apple, Mobilität als zentraler Trend, Smartphones als Alternative zu Notebooks, Open Source Angebote – Stichwort Linux. Microsoft wirkt da mit Vista der Vergangenheit verhaftet. Oder deutlicher: Microsoft sieht alt aus. Eine Ikone der IT-Branche mit solch einem Problem!

„About six weeks after I moved into the new role I remember reading that when asked about the next release of Windows Steve Ballmer said, that will never happen again…it´ll never happen again.“ Dies schrieb Steven Sinofsky in seinem Blog (zitiert aus “One Strategy“, S. 30).

Eine komplexe Aufgabe. Eine Produktstrategie ist sicherlich ein Muss. In jedem Fall gilt aber: Strategie und Umsetzung müssen in Einklang gebracht werden – dies ist die zentrale Herausforderung. Das ist klar und die Antwort liegt im strategischen Vorgehen und der Ausrichtung der Organisation. Kommunikation spielt in solchen Situationen eine zentrale Rolle.

Eine derartige Ausgangslage ist immer wieder und auch in anderen Industrien zu beobachten: Erfolgreiche Firmen in Branchen sehen den Wandel zu spät und reagieren nicht konsequent auf die Anforderungen von Kunden und Partnern.

Doch die richtige Reaktion kann man lernen: In dem Buch „One Strategy: Organization, Planning, and Decision Making“ verdeutlicht Steven Sinofsky seinen konzeptionellen und kommunikativen Ansatz durch originale Beiträge des Microsoft-internen Blogs zur Entwicklung und Einführung von Windows 7. Den theoretischen Hintergrund dazu beleuchtet sein Mitautor, Harvard Professor Marc Iansiti.

Kein Mainstream Strategiebuch, ein Buch aber, das den Zusammenhang zwischen Strategieentwicklung und Umsetzung thematisiert. Dies geschieht anhand des Beispiels Microsoft 7. Der kommunikative Part wird oft unterschätzt. Führungskräfte halten vieles für trivial und selbstklärend. Dem ist aber häufig aus Sicht der Mitarbeiter nicht so. Das Instrument „Blog“ als hausinterne Kommunikationsplattform wird vermutlich viel zu wenig eingesetzt.

Der Ansatz ist bedenkenswert, setzt aber voraus, dass die Bedeutung der Kommunikation erkannt und bewältigt wird. E-Mails, Meetings, Blogs:
Für Microsoft hat er sich in jedem Fall als Erfolg erwiesen. Denn Windows 7 erfüllt die Erwartungen von Kunden und Partnern. Klare Konzepte und systematisches Vorgehen bei der Produktentwicklung waren eine der wesentlichen Voraussetzungen. Und ohne Kommunikation geht´s auch nicht.

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Standortbestimmung

18. Mai 2010 - 15:25 Uhr

Stimmungsbild

„In der Wirtschaft herrscht eine merkwürdige Stimmung. Die Staatsschuldenkrise produziert so katastrophale Schlagzeilen, als stünde die Welt vor dem Untergang. Gleichzeitig häufen sich optimistische Meldungen, die den Eindruck erwecken, es habe die üble Finanzkrise nie gegeben, die 2008 begann und danach die halbe Weltwirtschaft in einen Abwärtsstrudel riss. Ein deutsches Mini-Wachstum von 0,2 Prozent im ersten Quartal wird bereits zur Erfolgsbotschaft hochstilisiert. Viele Firmenchefs sprechen inzwischen vom Jahr eins nach der Krise, als stünde der neue Aufschwung vor der Tür und als sei das konjunkturelle Grauen der vergangenen 24 Monate schon weit zurückliegende Historie“, so schreibt Büschmann in der Süddeutschen Zeitung.

Die Krise ist noch nicht vorbei

Naivität und die „Alles wird Gut – die Finanzkrise ist vorbei“-Einstellung helfen genauso wenig wie eine Fixierung auf konjunkturelle und strukturelle Verwerfungen, die klassische „Ob das wieder werden kann?“-Mentalität.

Was heißt das für Unternehmen? Die zentrale Herausforderung ist es, Unternehmen zukunftsfest zu machen: Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Agilität müssen gesteigert werden, Liquidität ist zu sichern. Maßnahmen von strategischer Dimension bedürfen der Umsetzung. Die Profitabilität bedarf der Beobachtung. Die Frage lautet hier: Wirken die Maßnahmen zur Kostensenkung im gewünschten Ausmaß?. Denn ohne ausreichende Gewinne wird die zukünftige Finanzierung der Geschäfte immer schwieriger. Innovationen müssen her. Bei unzureichender Innovationskraft eines Unternehmens ist seine Marktstellung kritisch zu beleuchten. Entscheidend ist: Hält das Geschäftsmodell?

Durchstarten heißt, mit klarem Konzept verschiedene Themen zu bewältigen und zwar gleichzeitig. Das bedeutet auch: Keine Paralyse durch die Analyse. Ohne Analyse und nur mit „Bauchgefühl“ wird es allerdings auch nicht funktionieren.

Beim Autofahren ist das klar:
Lenken und Steuern alleine reicht nicht – man muss schon wissen, wo man hin will.

Ein Navigationssystem muss her, um von einem Standort A zu einem möglicherweise unbekannten Ort B zu kommen. (Ich gehöre übrigens zu jenen Autofahrer die sich die Route der Staus wegen auch bei bekanntem Ziel dynamisch ansagen lassen). Auch im betrieblichen Umfeld ist ein Navigationssystem erforderlich: Eine Standortbestimmung muss genauso her wie eine Zielbeschreibung und eine Landkarte mit der Strategie. Und übrigens: Die Kommunikation in Unternehmen sollte sich dringend von der des Navigationssystems im Auto unterscheiden – und nicht nur in eine Richtung erfolgen.

Ohne strategisches Denken und Handeln ist eine Zukunftssicherung nur schwer vorstellbar. Das strategisch Gewollte und das Gemachte: Zwei verschiedene Dimensionen, die zusammen gehören . Strategie und Umsetzung – eine Führungsaufgabe.

Wie lassen sich hier Brücken schlagen?

Hier bedarf es einer klaren Vorgehensweise. Und dazu gehören auch Kommunikation und Führung. Doch auf diese Themen werde ich in einem späteren Blogpost zurückkommen. Jetzt möchte ich erst einmal mit dem Ausgangspunkt aller Überlegungen beginnen: mit der umfassenden Standortbestimmung.

• Für unternehmensinterne Diskussionen bedarf es einer gesicherten Basis – und dies geht weit über die Buchhaltungs- und Controllingberichte hinaus.
• Aber nicht nur intern, auch für die externe Kommunikation ist eine umfassende, erläuternde und erklärende Bestimmung der Performance, der Ziele, der Strategien und Taktiken ein Muss. Dies gilt im übrigen auch zur Vorbereitung auf die Diskussion mit Banken oder anderen Finanzierern, mit großen Kunden und bedeutenden Lieferanten.

Wie kann eine Standortbestimmung aussehen?

Es bedarf der glasklaren Analyse. Unternehmensstärken und Schwächen müssen transparent gemacht werden.

Ich empfehle folgende Bestandteile:
• Kurzprofil der Industrie sowie der Wettbewerbsstrategie des Unternehmens
Hier geht es um die Beantwortung der Frage an einen Branchenfremden: Wie erkläre ich die Branche, die spezifischen Erfolgsfaktoren etc.
• Fundierte Kennzahlenanalyse (Ertrag, Bilanz, Cash-Flow-Kennzahlen) unter Verwendung von Abschlussdaten (Jahr/Quartal/Monat) und
• Unternehmensausblick

Trivial? Haben Sie das schon alles vorliegen in Ihrem Unternehmen? Auch in einer adäquaten Form? Und wie sieht es mit der hausinternen Kommunikation aus?

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