Kategorie: Planung


Über das Pfeifen im Walde

27. November 2011 - 18:06 Uhr

So ganz passt es nicht zusammen

Einerseits: Die Schuldenkrise droht zu eskalieren. Ein Desaster: selbst die als sicher geltende Bundesanleihen stecken in einer Verkaufsfalle: Auktion von Bundesanleihen nicht nach Plan, also misslungen.

„Die Schuldenkrise eskaliert, die Politik muss verstehen: Sie hat nur noch einen Schuss frei, um die Krise zu bewältigen. Wenn Merkel & Co. in den nächsten Tagen kein Vertrauen schaffen, steht im kommenden Jahr das Finanzsystem still – mit dramatischen Folgen für die Realwirtschaft und das tägliche Leben. Auch im reichen Deutschland.“ So Marc Beise in seinem Kommentar in der Süddeutschen.

Und sein Kollege Manfred Gburek auf wiwo.de: „Die Krise rund um den Euro kommt in die ganz heiße Phase. Sogar eine Weltwirtschaftskrise ist möglich.“
Klingt nicht ermutigend. Und das ist die eine Seite.

Die andere Seite: Pfeifen im Wald- oder mehr?

Die aktuellen Einschätzungen in den Unternehmen scheint da eine andere zu sein:

• „Mit einem Umsatz von neun Milliarden Euro erwartet die Consumer Electronics-Branche (CE) in Deutschland zum Ende des Jahres ein gutes Weihnachtsgeschäft“, so die „gfu – Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) mbh“, der Verband der Unterhaltungselektronik. Das entspricht einer Steigerung des Umsatzes von 14 % im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft des Vorjahres.
• „Mehr als zwei Drittel der Anbieter von Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik erwarten für 2012 ein Umsatzplus“, so die Bitkom in einer Pressemitteilung.
• Auch nicht schlecht: „Das ifo Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im November erstmals seit vier Monaten wieder etwas verbessert.“
• Bereits am 15. 11. meinte die Süddeutsche: „ Deutsche shoppen sich aus der Krise“

Pfeifen im Wald mit Analysen und Aktionen ergänzen

Diffuse Signale- keine Frage. Wieder einmal, wiederkehrend und nicht zum letzten Mal. Die stabilen, Jahre sind erst einmal vorbei, Schuldenkrise , Globalisierung, Verschiebung der Gravitationsachsen- Themen, die auf Agenda eines jeden Unternehmens gehören. Die Schwarzen Schwäne ziehen umher. Da hilft nur eins: Anpassungsfähigkeit erhöhen, Agilität erhöhen, Flexibilität erhöhen, Lernfähigkeit von Organisationen erhöhen.

Thomas Stiegler

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Fakten, Analysen und Entscheidungen

17. Juni 2011 - 12:42 Uhr

Analyse und Analytik

Zahlenfriedhöfe werden seit Jahren beklagt- zu Recht. Komplexe Excel Sheets sind in der Controllergemeinde möglicherweise gut gelitten, in anderen Abteilungen allerdings häufig verpönt. Die Zeit der Zahlenfriedhöfe und der Excel Sheet-Komplexitäten ist bei weitem nicht vorbei- trotz ERP. Und: Evidence-based Management (EBM) mag auf dem Vormarsch sein- das Zeitalter des EBM ist jedoch mit Sicherheit noch nicht angebrochen.

Klar ist:
• die Anzahl verfügbarer Daten steigt permanent (Stichworte ERP, Point of Sales Daten, RFID)
• die Anzahl, Breite und Performance von Analyse Tools steigt ebenfalls
• und mit deren Hilfe sind große Datenvolumina auswertbar (Stichworte: DATA Warehouse, Software zur Nutzung statistischer Methoden)
• Aber: Bei vielen Unternehmen finden sich lediglich excelbasierte Controlling Reports im Einsatz. In solchen Fällen werden Analysepotentiale nicht hinreichend genutzt.

Vorschlag eines „Frameworks“

Egal unter welcher konzeptionellen Flagge wir segeln: Analyse von Daten, umfassende Analytikansätze haben bereits deutlich an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung wird weitergehen. Aber nicht jede Analyse ist relevant- Paralyse durch Analyse gilt es zu vermeiden, Entscheidungen sind erforderlich- häufig und schnell. Basierend auf relevanten Daten und Analysen. Erscheint trivial. Ist es aber nicht, wenn wir beispielsweise die Wirklichkeit in vielen Meetings reflektieren. Allzu oft laufen Diskussionen über Ansichten und vorgefertigte Argumente, manchmal über Glaubensbekenntnisse. Wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungsfindung sieht da anders aus.

Rationale Entscheidungen erfordern Fakten und Analysen

In ihrem Buch „Competing on Analytics“ spannen Davenport und Harris (Seite acht) eine Matrix auf, die einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Analytik in Unternehmen leisten können.
Die Achsen:
• „Wettbewerbsvorteil“ einerseits und
• „Grad der analytischen Intelligenz“ andererseits auf.
Und hier lassen sich Kategorien von „Standard Reports“ bis zu „Optimierungsmodelle“ einordnen.

Der Ansatz hat was: Er ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit in Einsatz befindlichen Analysen. Er hilft bestehende Ansätze zu gewichten und zu bewerten. Dieser Ansatz hilft Analyselücken zu identifizieren.

Eine Auseinandersetzung mit Analysen können zur Verbesserung von Entscheidungen beitragen.

Thomas Stiegler

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Information und Wettbewerb

10. Mai 2011 - 13:11 Uhr

In einer Vielzahl von Unternehmen schlagen sich Manager mit Excel basierten Reports herum- Reports, die zu spät zur Steuerung kommen und mit zu wenig analytischer Schärfe auszukommen versuchen. Andere Firmen starten durch.

Exponentielles Wachstum an Daten

In vielen Unternehmen wachsen die Daten exponentiell, und zwar aus vielfältigen Quellen: ERP-Systeme, Plant Information Management Systeme, Point of Sales, RFID, etc. Da sind Reporting- und Analysetools auf den Markt und neue kommen hinzu, mit deren Hilfe große Datenvolumina auswertbar sind. Beipiele: Data Warehouse, Software zur Nutzung statistischer Methoden, oder die aktuelle „SAP IN-MEMORY COMPUTING“ Initiative. Die informationsbasierte Wirtschaft kommt voran.

Der Nutzen des IT Einsatzes für Profitabilität und Steuerungsfähigkeit von Unternehmen liegt auf der Hand (Siehe auch auch den Blogbeitrag „Gute Unternehmensführung“ ) setzt aber klare Strategien und die Ausrichtung und Abstimmung des Informationswesens mit diesen Strategien voraus. Dies klingt trivial, ist in der Praxis aber häufig nicht der Fall.

Verstaubte Instrumente

Die informationsbasierte Wirtschaft kommt voran, dies gilt aber nicht für alle Akteure gleichermaßen. So manches Führungskonzept, so manche Strategie, so manches Geschäftsmodell, so manches Controlling Konzept wirken recht antiquiert.

Manch ein Unternehmen wäre gut beraten in neue und dem Informationszeitalter angemessene „Business Analytics“ Ansätze zu investieren. Bestehendes gehört unvoreingenommen auf den Prüfstand.

Information als Instrument im Wettbewerb

In ihrem Buch „Competing on Analytics“ spannen Davenport und Harris (Seite acht) eine Matrix mit den Achsen „Wettbewerbsvorteil“ einerseits und „Grad der Intelligenz“ andererseits auf. Sie ordnen Instrumente von „Standard Reports“ bis zu „Optimierungsmodelle“ ein.

Der Ansatz hat was: Er ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit in Einsatz befindlichen Analyseinstrumenten und schärft den Blick für die Bedeutung von Analyseinstrumenten im Wettbewerb.

Thomas Stiegler

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Jahresplan 2011

9. Mai 2011 - 13:16 Uhr

Ist die Jahresplanung 2011 in Ihrem Unternehmen immer noch als Richtschnur, als Orientierungshilfe für tägliches Handeln geeignet? Wir befinden uns bei vielen Unternehmen ja bereits im Monat 5 des laufenden Geschäftsjahres. Hören Sie schon Kommentare von Mitarbeitern, die die Erreichbarkeit der Planwerte in Frage stellen? Oder sind die Planungen allzu leicht zu erreichen, weil der konjunkturelle Schub stärker als erwartet und eingeplant?

Machen Sie sich nichts draus, es spricht vieles dafür, dass Sie sich in guter Gesellschaft befinden.

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