Kategorie: Strategie


Strategien

5. September 2014 - 07:34 Uhr

Sie nutzten die besten Strategien die sie kannten.
Sie kannten aber nicht die besten Strategien.

Thomas Stiegler

Zum weiter lesen
auch:
Konzepte von gestern
Strategie und Altpapier

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Konzepte von gestern

3. September 2014 - 22:39 Uhr

Konzepte von gestern sind für heute nicht geeignet geschweige denn für morgen. Erbschaften aus längst vergangenen Zeiten lähmen mit ihren Denk- und Handlungsansätzen, Unternehmenskulturen, Kommunikations- und Führungsstilen, aber auch Organisationsarchitekturen Unternehmen.

Funktionale Organisationen sind ein solches Relikt aus alten Tagen. Entstanden in der frühen Phase der Industrialisierung, konnte sich diese Organisationsarchitektur in unsere Zeit retten und treibt urig -skurrile Blüten. Für die VUCA Welt ist diese Organisationskultur wenig geeignet.

Vor einigen Jahren trug ein Kollege in einem Geschäftsleitungsmeeting eine Frage zur Profitabilität einer Produktgruppe vor. Genauer: Er befasste sich mit einer sehr, sehr detaillierten Frage zur Profitabilität. Geeignet für ein Top Management Meeting? Es kommt darauf an….

Seinen Redebeitrag abschließend, bat mich der besagte Kollege die Fragestellung einem meiner Mitarbeiter zu übermitteln, eine Antwort zu dem Thema einzuholen und ihm anschließend zu informieren. Er würde diese Information an einen seiner Mitarbeiter zur weiteren Bearbeitung weitergeben.

Reichlich kompliziert: Da stellt sich ein Problem, dieses wird in funktionalen Organisationen an die Spitze der Organisationseinheit geschoben. Diese Spitze reicht es an die Spitze der anderen Säule eine Unternehmen weiter. Diese reicht das Thema an diejenigen durch, die qua Fach- und Methodenwissen zur Beantwortung der Frage im Stande sind, bittet um Beantwortung , nimmt die Antwort und reicht sie an den Hierarchiekollegen weiter, von Fürst zu Fürst, sozusagen. Dieser schiebt das Thema durch….. Da wollen wir mal hoffen, dass es keine Rückfragen gibt. In einem funktional geprägten Unternehmen ein korrektes Vorgehen: Jede Funktion arbeitet in ihrem Silo. Die Querkommunikation von Mitarbeitern wird eher als Regelbruch gesehen- und manchmal entsprechend geahndet.

Das stille Post Phänomen entfaltet mit Sicherheit Wirksamkeit.

Funktional und hierarchisch: Das sind zwei Seiten einer Medaille. In der frühen Phase der Industrialisierung waren das erfolgsversprechende Konzepte. Die Märkte waren stabil. Industriefertigung bedeutete damals Arbeitsteilung, Trennung von Denken und Kontrollieren, von Anweisen und Ausführen. „Command and Control“ wurde in Folge des tayloristischem Denkens Zug um Zug perfektioniert.

Diese Seiten der Medaille haben sich tief in das Bewusstsein eingebrannt:
• im Mind Set der Mitarbeiter
• in der Organisationskultur verankert
• in Strukturen und Prozesse gegossen.

Funktional und hierarchisch: das ist ein gefährliches Gemisch für Unternehmen, die in dynamischen Märkten agieren. Stabile Märkte sind In Zeiten schneller Umbrüche von Kundenpräferenzen und technologischen Sprüngen eine Illusion. Diejenigen die dieser Illusion nachhängen gehen nicht mit der Zeit und gehen mit der Zeit. Erfolgreiches handeln in der Dynamik der VUCA-Welt setzt strategisches Denken, z.B. in Kategorien wie Market Demand und Technolgy push voraus- nicht nur im Kreise der Unternehmensführung, sondern bei vielen Mitarbeitern in der Organisation.

Die Steuerungsleistung der Unternehmensleitung in hierarchisch funktionalen Organisationen reicht in der VUCA Welt nicht aus. Die Unternehmensleitung wird wegen Überlastung zum Bottleneck von Entscheidungen. Das ist schon schlimm genug, wenn schnelle Reaktionen am Markt nötig sind. Der Verlust an unternehmensweiter Perspektive toppt das jedoch. Das Bottleneck der Unternehmensführung wirkt als Hemmschuh für Kreativität und Agilität.

Wie sollen in solchen Organisationen Signale von Kunden, also Marktsignale schnell und Ziel führend aufgenommen und bewertet werden? Wie soll ein zergliedern, zerteilen und anschließendes kombinieren zu sinnvollen Ergebnissen führen, und dies zeitnah bitte schön!

Kurzum: Passt die Organisationarchitektur Ihres Unternehmens zur Zukunftsperspektive des Unternehmens? Haben Sie vermeintlich bewährtes auf den Prüfstand gestellt und für richtig befunden- und wenn ja, anhand welcher Kriterien?

Thomas Stiegler

Siehe auch Strategie und Altpapier

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Umbrüche & Risiken

3. Februar 2014 - 15:18 Uhr

Das Thema passt ja richtig gut ins Heute:
Der Deutschen Wirtschaft geht es gut, die Eurozone stabilisiert sich, und die Weltwirtschaft ist auf Wachstum gepolt. Ja, und die Regierung hat auch zu arbeiten begonnen. Da haben wir doch Schwieriges hinter uns, und die goldene Zukunft vor uns!

Und dann diese Überschrift! Klingt ein wenig apokalyptisch, depressiv und pessimistisch -im besten Fall ist diese Weltsicht nur eine Folge der unwirtlichen Januar Witterung richtig? Oder sitzt das Problem in einer tieferen Psycho-Schicht des Autors? Für Pessimisten ist Optimismus nun mal, die Folge mangelnder Information.

Also: Bin ich Pessimist, weil ich die positiven wirtschaftlichen Signale nicht zur Kenntnis nehmen kann? Oder will ich die positiven Signale einfach nicht zur Kenntnis nehmen?

Keineswegs. Es geht nicht um Pessimismus und mangelnde Informationen. Es geht um den Betrachtungswinkel. Und es geht um den Zeithorizont. Klar, der konjunkturelle Aufschwung mit seiner Kraft trägt uns ein gutes Stück in die Zukunft. Die konjunkturelle Perspektive vernebelt allerdings die Sicht auf Strukturen, Umbrüche und veränderte Kraftfelder. Die konjunkturelle Perspektive vernebelt die Sicht auf Veränderungen unseres (wirtschaftlichen) Handlungsrahmens. Kurz: Es geht nicht um Pessimismus, ein mehr an Information, sondern um Perspektivwechsel.

Wir leben in einer Welt im Umbruch, in einer Welt in Transformation:
• Weltweite Verschiebung der wirtschaftlichen Gravitationsachsen, Entstehung neuer Kräftefelder
• Demografische Entwicklung, alternde Gesellschaft nicht nur im Westen, auch in China
• Wissen und Technologie und Innovationen
• Ökologie, Klimaerwärmung, Rohstoffkrisen
• Und damit einhergehende: Zunehmende Komplexität der Umfeldbedingungen
• Nicht zu vergessen: Querschnittstechnologie IT und Internet

Diese Welt ist in ihrer Vernetzung volatiler, unsicherer, komplexer und ungewisser denn je.
Was aber heißt das für die Management Herausforderungen dieser Tage? Mit Konzepten von gestern lässt sich die Zukunft nicht gewinnen. Wie weit sind Ihre Diskussionen hierzu?

Thomas Stiegler

Zum Weiterlesen:

1. Globalisierung und Strategie- Anmerkungen zur Orientierung
2. China Strategie- wie weit sind Sie?
3. Ciao Dollar, Ciao Euro, Ciao Yuan
4. Über Orientierung und Landkarten

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Globalisierung und Strategie- Anmerkungen zur Orientierung

20. Juni 2011 - 17:43 Uhr

Die Verschiebung der Gravitationsachsen in weltweitem Ausmaß, nicht nur in wirtschaftlichen, sondern auch in sozialen und kulturellen Dimensionen, ist klar erkennbar. Diese Brüche und Umbrüche sind bei weitem noch nicht abgeschlossen.
Unternehmen benötigen gerade in solchen Zeiten Konzepte, Strategien und klare Ausrichtungen um den Herausforderungen gewachsen zu sein. Eine Interpretation der Umbrüche lediglich im Sinne konjunktureller Krisen greift gefährlich kurz. Es wird darum gehen mit neuen Instrumenten umgehen zu lernen und Wandel zu organisieren. Strategische Orientierung tut Not -kommt häufig aber zu kurz.

Ich komme auf diese Themen zurück- in Kürze.

Thomas Stiegler

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“Operational Excellence” ein Muss- aber nicht genug

18. Juni 2011 - 17:34 Uhr

Haben Sie gerade mal einen Moment? Oder hetzen Sie von Meeting zu Meeting um das Geschäft am Laufen zu halten? Werden Sie von einer Wachstumswelle überrollt und arbeiten mit aller Kraft an der Ausschöpfung von Chancen? Sind Sie also gefangen und verstrickt in und mit operativen Herausforderungen? Klar: Das Operative ist von Bedeutung, von großer Bedeutung. Vor allem aber: Es ist dringend. Daher die Frage: Operativ alles im Griff? Sind Sie sicher?

Strategische Ausrichtung sichert Zukunft

Wichtiger allerdings ist: Wie sieht es mit der Zukunftsfestigkeit und die strategischen Ausrichtung aus? Und für diese Perspektive sollten Sie, gestatten Sie mir die Empfehlung, das Hamsterrad zumindest eine Weile verlassen. Sie sollten den operativen Imperativ: Immer schneller, immer produktiver, immer günstiger eine Weile entfliehen und den strategischen Konjunktiv: Wo sollten wir hin, wie könnten wir unsere Potentiale entwickeln, welche Kompetenzen sollten wir entwickeln um Zukunftschancen und Perspektiven des Unternehmens zu entwickeln?

Dieser Exkurs muss in Entscheidungen münden, sonst ist er nutzlos. Klar ist auch: Am Ende zählt die Umsetzung.

Thomas Stiegler

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Fakten, Analysen und Entscheidungen

17. Juni 2011 - 12:42 Uhr

Analyse und Analytik

Zahlenfriedhöfe werden seit Jahren beklagt- zu Recht. Komplexe Excel Sheets sind in der Controllergemeinde möglicherweise gut gelitten, in anderen Abteilungen allerdings häufig verpönt. Die Zeit der Zahlenfriedhöfe und der Excel Sheet-Komplexitäten ist bei weitem nicht vorbei- trotz ERP. Und: Evidence-based Management (EBM) mag auf dem Vormarsch sein- das Zeitalter des EBM ist jedoch mit Sicherheit noch nicht angebrochen.

Klar ist:
• die Anzahl verfügbarer Daten steigt permanent (Stichworte ERP, Point of Sales Daten, RFID)
• die Anzahl, Breite und Performance von Analyse Tools steigt ebenfalls
• und mit deren Hilfe sind große Datenvolumina auswertbar (Stichworte: DATA Warehouse, Software zur Nutzung statistischer Methoden)
• Aber: Bei vielen Unternehmen finden sich lediglich excelbasierte Controlling Reports im Einsatz. In solchen Fällen werden Analysepotentiale nicht hinreichend genutzt.

Vorschlag eines „Frameworks“

Egal unter welcher konzeptionellen Flagge wir segeln: Analyse von Daten, umfassende Analytikansätze haben bereits deutlich an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung wird weitergehen. Aber nicht jede Analyse ist relevant- Paralyse durch Analyse gilt es zu vermeiden, Entscheidungen sind erforderlich- häufig und schnell. Basierend auf relevanten Daten und Analysen. Erscheint trivial. Ist es aber nicht, wenn wir beispielsweise die Wirklichkeit in vielen Meetings reflektieren. Allzu oft laufen Diskussionen über Ansichten und vorgefertigte Argumente, manchmal über Glaubensbekenntnisse. Wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungsfindung sieht da anders aus.

Rationale Entscheidungen erfordern Fakten und Analysen

In ihrem Buch „Competing on Analytics“ spannen Davenport und Harris (Seite acht) eine Matrix auf, die einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Analytik in Unternehmen leisten können.
Die Achsen:
• „Wettbewerbsvorteil“ einerseits und
• „Grad der analytischen Intelligenz“ andererseits auf.
Und hier lassen sich Kategorien von „Standard Reports“ bis zu „Optimierungsmodelle“ einordnen.

Der Ansatz hat was: Er ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit in Einsatz befindlichen Analysen. Er hilft bestehende Ansätze zu gewichten und zu bewerten. Dieser Ansatz hilft Analyselücken zu identifizieren.

Eine Auseinandersetzung mit Analysen können zur Verbesserung von Entscheidungen beitragen.

Thomas Stiegler

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Gute Unternehmensführung…

26. April 2011 - 20:53 Uhr

… ohne IT nicht denkbar

IT-gestützte Abwicklungen, automatisierte Prozesse, IT gestützte oder gar basierte Geschäftsmodelle, automatisch erzeugte Daten: Das ist aus unserer Wettbewerbswirtschaft nicht mehr weg zu denken. Längst hat sich Analyse und Analytik als Wettbewerbsdimension etabliert, von einigen erkannt und bewusst vorangetrieben, von einigen akzeptiert, von anderen lediglich und leidlich zur Kenntnis genommen.
Hier ist das Ende der Reise bei weitem noch nicht erreicht: Die Bedeutung von Daten und Informationen nimmt weiter zu, die Auswertungs- und damit Nutzungsmöglichkeiten ebenso. Der Handlungsdruck ist klar: Unternehmen, die in ihren Analysen nicht in die Spur kommen, drohen unter die Räder der Wettbewerber zu geraten.

Daten und Informationen sind kein Selbstzweck. Sie dienen Zielen ansonsten sind sie nutzlos. Die Entwicklung aber von Unternehmenszielen sind Denkkategorien und Handlungsdimensionen der obersten Führungsebene von Unternehmen. Dies gilt gleichermaßen für Geschäftsstrategien und Reflexion incl. Entscheidung über Geschäftsmodelle. Die Verantwortung hierfür ist nicht delegierbar.
Gute Unternehmensführung braucht Informationen, dies ist ohne IT nicht denkbar.

Informationen und Analytik: Performance vorantreiben

Es deutet also vieles auf „Change“ hin, denn in der Praxis ist oftmals zu beobachten, dass Austaktung und Synchronisation von Strategie, Organisation und IT- Unterstützung unzureichend sind. Die Folge: Potentiale werden nicht ausgeschöpft.
In diesem Zusammenhang von hoher Relevanz: Eine Studie von Erik Brynjolfsson und Lorin Hitt (1). Diese Studie befasst sich mit dem IT Einsatz in Unternehmen und den damit einher gehenden Produktivitätsentwicklungen. Zentrale Unterscheidung der Studie: Unternehmen mit konsequentem IT Einsatz einerseits, Unternehmen mit verhaltenem IT Einsatz andererseits.

Die Ergebnisse der Studie lassen sich in drei Punkte zusammenfassen:
1. Die Verbreitung bestimmter Vorgehensweisen waren in Unternehmen mit „konsequentem IT-Einsatz“ deutlich größer als in Vergleichsfirmen (hierauf komme ich in einem späteren Blogbeitrag zurück)
2. Korrespondierend: Deutliche Vorsprünge bei Produktivität, Firmenwert und Performance
3. Unternehmen, die Investitionen in IT-Entwicklung und Organisationsentwicklung gleichermaßen vornahmen, erzielten weit bessere Resultate als Vergleichsfirmen, die sich auf eine der Investmentart beschränkten.
Nicht wirklich überraschend, dennoch häufig ausgeblendet: IT-Investitionen und Investitionen in Organisationen sind komplementäre Investitionen. Es macht eben wenig Sinn in IT oder Organisation zu investierten- die Investitionen müssen ausgetaktet werden- in beiden dieser Investmentopportunitäten.

Dies geht aber nicht ohne Klarheit über Unternehmensausrichtung und Unternehmensziele. Die sinnvolle Rollenbestimmung von IT setzt diese Klarheit voraus.

Erfolg durch Strategische Ausrichtung, Organisatorisch abgesichert und durch IT Unterstützt.

Unternehmensstrategie und Unternehmensausrichtung sind essentielle Voraussetzung für eine IT-Strategie. Ist aber die Unternehmensstrategie klar und verständlich formuliert? Korrespondiert die IT Strategie bereits mit der Unternehmensstrategie?

(1) Erik Brynjolfsson und Adam Saunders haben sich in dem Buch „Wired for Innovation“ systematisch mit den Produktivitätseffekten des IT Einsatzes befasst. Für die Autoren ist klar, dass sich unsere Wirtschaft konsequent und nachhaltig verändern wird- mit It als zentralem Enabler. Dieses Buch liefert CIOs eine umfassende Argumentation für höhere Investments in IT- und zwar aus einer “anderen” Perspektive. So wundert es nicht, dass Leo Apotheker, damals noch CEO von SAP das Buch mit den Worten kommentierte: „This is the scientific IT productivity report that CIOs have been waiting for“

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Ciao Dollar, Ciao Euro, Ciao Yuan

19. April 2011 - 15:29 Uhr

Begrüßung und Verabschiedung, das ist die Bedeutung von Ciao gemäß Wikipedia (1). Kein Abschied vom Dollar. Kein Abschied vom Euro. Kein Abschied vom Yuan: Diese drei Währungen seien begrüßt- in einer neuen Währungswelt.

Klar ist: Entwicklungen nehmen Fahrt auf, Entwicklungen gewinnen Momentum. Die Gewichte von Währungen verschieben sich- das ist nichts Neues. So ist das britische Pfund schon lange nicht mehr die beherrschende Weltwährung, die es einmal war. Ciao und Willkommen Yuan. Ciao und Willkommen Euro. Ciao und Willkommen Dollar.

Unsere Währung und Euer Problem

Die Welt hat sich gewandelt. Bekanntlich hat der damalige US-Finanzminister John Connally 1971 europäischen Counterparts erklärt, dass der US Dollar die amerikanische Währung sei, aber das Problem der Partner (2) – klar und treffend. Diplomatisch allerdings klang diese Position nicht, war es auch nicht, traf aber den Kern: Die USA schickten sich damals an, den Goldstandard abzuschaffen und die Lasten (des Vietnamkrieges) auf andere abzuladen- ein durchaus effizientes Verfahren, damals.

Sucht man mittels Google „Our Currency and your problem“ offenbart sich eine interessante Verschiebung. In der Liste geht es dann immer wieder um China und den Yuan- in der einen oder anderen Perspektive und Interpretation.

Verschiebung der Gravitationsachsen bei Währungen…..

Die Bedeutung der Chinesischen Währung wächst. Das ist wenig überraschend. In Folge der wirtschaftlichen Dynamik Chinas ist dies eine naheliegende Entwicklung. Asiatische Zentralbanken wollen ihre Währungsreserven diversifizieren, so berichtet Bloomberg News (3). „ Asian central banks have agreed to look for new avenues for diversification, according to an e- mailed from the Philippine Department of Finance“ . Dies korrespondiert mit der Absicht der chinesischen Führung den Yuan neben Dollar und Euro als Reservewährung zu etablieren.

… mit Auswirkungen auf die Gravitationsachsen der Realwirtschaft

Die Abrechnung bedeutender Anteile der Warenströme in Yuan ist eine naheliegende und zu erwartende Folge dieser Entwicklung. „China muss sich dann nicht mehr um die Wechselkurse sorgen und kann eine an den binnenwirtschaftlichen Erfordernissen ausgerichtete Geldpolitik betreiben“ , analysiert die Wirtschaftswoche (4).
Das Fazit des Artikels: Die Weltwirtschaft profitiert davon, wenn sich der Yuan als weitere Leitwährung neben Dollar und Euro etabliert.

Es geht nicht nur um Währung

Der Chinesische Binnenmarkt unterliegt bereits jetzt einer gigantischen Dynamik (5). Zudem zielt der aktuelle, gerade in Kraft getretene 5 Jahresplan auf eine Konsum Orientierung der chinesischen Wirtschaft. Eine binnenwirtschaftlich orientierte Geldpolitik verstärkt diesen Effekt. Und genau die wird derzeit betrieben: Die Inflation ist aus offizieller chinesischer Sicht zu hoch. Derzeit bremst die Zentralbank Chinas. Stärkung des Yuan sowie Etablierung des Yuan als Leitwährung erhöht die Handlungsspielräume der Zentralbank Chinas.

Inflationsraten in China: Von Bedeutung nicht nur für China

Hohe Inflationsraten (6) in China betreffen und treffen andere Teile der Welt. Steigende Preise von Vorprodukten und Produkten aus China ist das eine. Es wird aber auch Verschiebungen der Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen geben. Und dies trifft Intel, Ford und GM ebenso wie BMW, Audi und Volkswagen. Unternehmen in den USA und Europa also, aber ebenso Kupferminen in Chile, sofern sich die wirtschaftliche Dynamik Chinas verändert.
Und hier setzt der Handlungsbedarf für europäische und deutsche Unternehmen ein. Die New York Times (7) resümiert: „Because China is now the world’s second largest economy, after the United States, and because the country has been a leading source of global growth during the last two years, money problems here can reverberate from Wal-Mart to Wall Street and the world beyond.“

Strategie

Haben Sie die Yuan Entwicklung auf dem Radar? Analysen liegen vor). Sind Sie auf diese Veränderungen vorbereitet? Es deuten sich sowohl für Beschaffungs- als auch für Absatzmärkte erhebliche Veränderungen an- nicht bedrohlich, aber: diese Veränderung bedürfen der permanenten Beobachtung. Tun Sie das?

Thomas Stiegler

(1) Ciao

(2) Zusammengefasst hat er die US Position auf Fragen von Journalisten „It’s our currency, but it’s your problem.“ (Der Dollar ist unsere Währung, aber Ihr Problem.) siehe hierzu Wikipedia.

(3) Bloomberg News

(4) Wirtschaftswoche

(5) New York Times „The Impact of China’s Consumers“ Auch der Werbemarkt in China unterliegt einer gigantischen Dynamik. „China’s ad market has grown by 40 percent a year over the last two decades; some reports expect China to replace the United States as the world’s largest ad market as soon as 2020.“

(6) Inflationsraten Chinas im Blog

(7) Analyse in der New York Times

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China Strategie: Wie weit sind Sie?

5. Dezember 2010 - 16:16 Uhr

2011 ist das erste Jahr des nächsten 5 Jahresplans Chinas. Es ist der zwölfte- und er scheint ein bedeutsamer zu sein. Chinas Wirtschaft boomt, hat mittlerweile den Rang 2 in der Weltwirtschaft erlangt und steht nunmehr vor einer größeren Transformation: Die Inlandsnachfrage wird dem Plan zu Folge an Bedeutung gewinnen, die wissenschaftlichen und technologischen Innovationen ebenso. Maßnahmen zur Schonung natürlicher Ressourcen und Umweltschutz sollen Bestandteil der Politik der nächsten 5 Jahre werden.

Die unglaubliche Summe von 1,5 Billionen $ soll Meldungen (1) zu Folge in strategische Industrien investiert werden. Und das sind die strategischen Felder:

• erneuerbare Energien (alternative energy)
• Biotechnologie (biotechnology)
• IT der nächsten Generation (new-generation information technology)
• (High end) Maschinenbau/ Bau von Produktionsanlagen (high-end equipment manufacturing)
• moderne und neuartige Werkstoffe (advanced material)
• Autos mit alternativen Antrieben/ Elektroautos (alternative-fuel cars)
• Umweltfreundliche Technologien und Umwelttechnik (environmentally friendly technolgies)

Keine Frage, die aufgerufenen Summen sind unvorstellbar hoch. Ob diese tatsächlich sinnvoll in diese Industrien investiert werden können, kann und wird durchaus bezweifelt.

Diese Berichte sind bisher nicht bestätigt: Klar scheint aber die veränderte strategische Ausrichtung der chinesischen Wirtschaftsentwicklung. Und das ist die eigentliche Message.

Der schnellste Computer wurde in China (2) entwickelt und steht auch dort. Seit kurzem wissen wir auch, dass der schnellste Zug in China fährt (3).

Gravitationsachsen der Zukunftsbranchen verändern sich. Chinesische Unternehmen werden vermehrt Hightec- Produkte in Absatzmärkte verbringen. Es entstehen neue Wettbewerber. Eingespielte Lieferketten werden in der Zukunft nicht mehr wirtschaftlich funktionieren. Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen werden sich verändern.

Chancen und Risiken liegen nahe beieinander. Es gilt diese strategischen Herausforderungen zu durchdenken und in Planungen und Maßnahmen aufzunehmen.

Wie weit sind Sie mit der „China Strategie“ in Ihrem Unternehmen? Ganz ehrlich: Wie weit sind Sie?

Thomas Stiegler

Zum Vertiefen
1. Reuters, aber auch die größte englischsprachige Tageszeitung der Volksrepublik China (in Staatseigentum)
China Daily , sowie das Handelsblatt

2. In meinem Beitrag vom 31.10.2010 zu „China Strategie“ habe ich das Beispiel schnellster Computer bereits erwähnt

3. Schnellster Zug

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Geschäftsklima, Konsumklima und Strategische Initiativen

24. November 2010 - 14:28 Uhr

Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zeigt sich robust.

• Das Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft hat sich im November weiter verbessert und liegt nunmehr über den Werten der Boomjahre 2006/2007. Das berichtet das Ifo Institut heute. Spiegel Online titelt hierzu: „Wirtschaft so euphorisch wie seit 1991 nicht mehr“

• Ein weiteres Indiz: „Der Gabentisch wird dieses Jahr in den meisten Wohnzimmern reichlich gedeckt sein. Rund 93 Prozent der Deutschen beabsichtigen, für durchschnittlich 245 Euro Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Laut einer aktuellen Studie der GfK Gruppe kann der Handel mit Umsätzen für Geschenke in Höhe von rund 14 Milliarden Euro rechnen.“ Nicht schlecht.

Auf breiter Front wächst in Deutschland also das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung, trotz relativ schwacher Konjunktur in der Mehrzahl der EU Länder, trotz Schuldenkrise in Griechenland, Irland, Portugal, trotz der schwachen konjunkturellen Entwicklung in den USA und trotz der konjunkturellen Risiken in China (dort wird die Inflationsbekämpfung mehr und mehr zu einer wirtschaftpolitischen Herausforderungen, mit allen bremsenden Effekten) In einem solchen Umfelde werden wir (trotz möglicher Rückkopplungseffekte) zu einem Land der Optimisten.
Respekt.

Durchstarten mit Zuversicht und strategische Initiativen lostreten

Keine Frage: Es gilt Chancen zu nutzen und derer gibt es viele. Klar: Aufwind nutzen, um Absatz, Umsatz und Ertrag zu steigern, Gewinne realisieren, Finanzierungsposition verbessern, Risikopositionen optimieren, Voraussetzungen zur Verbesserung des Ratings erzielen. Beherzt agieren, mutig aber bedacht. Das alleine ist bereits eine komplexe und facettenreiche Aufgabe und beinhaltet Themen wie Kapazitäten managen, Mitarbeiter einstellen, Working Capital den veränderten Planungen anpassen, Versorgungsengpässe bei Vorprodukten im Griff halten etc. Unter dieser Last ächzen vielerorts Mitarbeiter und Organisationen.

Die Bewältigung der operativen Themen alleine reicht nicht. Eine lineare Fortschreibung des Vorgehens der Vergangenheit wäre fatal- ein nur schneller Drehen wird den Veränderungen des Umfeldes im globalen Ausmaß nicht gerecht. Kurzfristiges Denken und Handeln reicht nicht, um die Zukunft zu gewinnen.

Der Aufschwung überdeckt Strategie und Strukturprobleme. Ein Auswachsen von wirtschaftlichen Schwierigkeiten erscheint als veritable Strategie.

Und das, so denke ich, ist genau die Gefahr der derzeitigen konjunkturellen Entwicklung, mit fatalen Folgen:
• Die Analyse von Änderungsbedarfen kommt zu kurz
• Das Initiieren von strategischen Initiativen wird verschoben
• Reflexionen über Unternehmenskultur und Mitarbeiterentwicklung und deren strategischer Bedeutung kommen in der Hektik der konjunkturellen Entwicklung zu kurz.

Oder irre ich? Sind die strategischen Initiativen in den Planungen für das nächste Jahr verankert? Sind Geschäftsmodell, Innovationsstrategie, Supply Chain und Fertigungstiefe auf dem Prüfstand? Sind bei der Projektlast die Leistungskraft und der Leistungswille der Mitarbeiter und Organisation beachtet? Sind Planungen im Gange die Unternehmenskultur zu verfeinern und fortzuentwickeln, um strategischen Herausforderungen gerecht werden zu können?

Zum Weiterlesen:
Konjunktur Blogbeitrag im August 2010

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