Kategorie: Strategie


China Strategie

31. Oktober 2010 - 11:53 Uhr

Die Chinesische Wirtschaft ist seit kurzem die zweitgrößte der Welt. Und die Wachstumsraten sind nach wie vor auf hohem Niveau. In einigen Jahrzehnten wird die Chinesische Wirtschaft weltweit die größte sein (1) .
Damit kehrt historische Normalität ein, wie Havard Professot Kirby lapidar meint. Die chinesische Wirtschaft war nach allgemeiner Auffassung bis ins 19 Jahrhundert die größte der Welt, die Reichsten der Welt lebten dort. (2).

Normalität also, doch der Entwicklungspfad hat Folgen: Die Entwicklung Chinas hat so manches Geschäftsmodell in das Reich der Vergangenheit geschickt, weitere werden folgen. Umbrüche werden Unternehmen bedrohen, die sich zentraler strategischer Herausforderungen und Themen nicht bewusst sind und sich diesen nicht annehmen.

Die Gravitationsachsen verschieben sich

Einige Beispiele:

• Bereits in der Vergangenheit waren die Investitionen Chinas in regenerative Energien auf hohem Niveau: In den Jahren 2000 bis 2009, lag die Summe der privaten und der öffentlichen Investitionen in regenerative Energien Chinas bei 72 Milliarden US $, (zum Vergleich: die USA investierten ca 67 Milliarden US $ und Deutschland $38 Milliarden US $ in diese Technologien .(3) Laut Wirtschaftswoche 44/2010 investiert China in den nächsten 5 Jahren ca 760 Mrd. US-$ (540 Milliarden Euro) in Wind- und Solarenergie. Folge: die Märkte verändern sich mit hoher Geschwindigkeit. Chinesische Anbieter gewinnen an Bedeutung, technologisch und wirtschaftlich und werden dies in weltweiten Vermarktungsstrategien nutzen (4)

• Noch freuen sich VW, BMW und Mercedes über die Dynamik des chinesischen Marktes, und ein nennenswerter Anteil der derzeitigen deutschen konjunkturellen Entwicklung ist dieser Nachfrageentwicklung geschuldet (5). Nicht vergessen: Die Chinesischen Anbieter bereiten sich auf die nächste Phase vor. Und die Elektromobilität wird dieser Entwicklung einen weiteren Schub verleihen (6). Das Wachstum der regenerativen Energie und die Entwicklung der Elektromobilität sind zwei sich ergänzende Strategien.

• Und jetzt auch das noch: Der schnellste Computer kommt aus China und steht dort auch noch- Tschüss , Servus, Ciao westliche High- Tech Dominanz (7).

Unterschiedliche Schlaglichter auf die Entwicklungen in China: Es zeigt aber die Veränderungen der Gavitationsachsen.

Strategische Herausforderung

Vergleichbare Umbrüche erfolgen in anderen Branchen mit ähnlicher Geschwindigkeit. Wettbewerbslage bei uns, in China, aber auch Drittländern verändert sich.

Aus der Traum, China als Absatzmarkt für westliche Produkte zu sehen. Aus also mit der Traum 1, 3 Milliarden Chinesen warten auf westliche (Konsum-) Güter. Aus der Traum, Vorprodukte und Rohstoffe aus China günstig beziehen zu können. Die Lage bei seltenen Rohstoffen ist hier nur eines der Themen (8). Aus der Traum, dass ansonsten mit keinen wesentlichen Änderungen zu rechnen ist.

Fast jedes Unternehmen wird sich mit Konkurrenz aus China befassen müssen.

Fazit:

Das kann doch nur heissen:
Die Chinastrategie der Unternehmen gehört auf den Prüfstand. Wenige Unternehmen können sich dem entziehen. Es gilt auch für mittelständische Unternhemen eine globale Sicht zu entwickeln. Die Branchen sind aus globaler Perspektive zu analysieren- Welche neuen Wettbewerber laufen sich bereits warm? Welche Technologien verändern das Wettbewerbsumfeld? Welche Ersatzprodukte und Dienstleistungen sind in der Pipeline? Oder liegt Analyse und Strategie bereits in Ihrer Schublade? Ist das bereits alles vorhanden?

Thomas Stiegler

Zum weiterlesen:

Blogbeitrag, mit Literaturhinweisen

Anmerkungen :

1. China überholt Japan als zweitgrößte Wirtschaft der Welt

2. “Historische Normalität”
Siehe auch Kishore Mahbubani “The New Asian Hemisphere: The Irresistible Shift of Global Power to the East” S.131 ff

3. Report der Deutschen Bank

4. Wie passt das in das weit verbreitete Bild, China würde auf Umwelt bei seinen Wachstumsstrategien keine Rücksicht nehmen? Siehe hierzu auch den Havard Blogger Andrew Winston

5. Entwicklungen der Autoindustrie- aber auch eine Analyse des zukünftigen Wettbewerbs.

6. Elektromobilität und ein Beitrag zu Strategien chinesischer Hersteller

7. Supercomputer

8. Seltene Erden

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Über Orientierung und Landkarten

28. September 2010 - 19:45 Uhr

Orientierungsbedarfe

Unternehmen brauchen Orientierung und eine klare Ausrichtung. Unternehmen brauchen „Landkarten“ mit großem Maßstab, um Chancen und Risiken zu erkennen und in unwegsamem Gelände erfolgreich zu sein: Situationsbeschreibung, Beschreibung der Umwelt, Branche, technologische Entwicklungen, Brüche von Trends usw. All das ist nichts ohne Ziele und Ausrichtungen – dies gilt für große und kleine Unternehmen gleichermaßen.

„Beim Autofahren ist das klar: Lenken und Steuern alleine reicht nicht – man muss schon wissen, wo man hin will. Ein Navigationssystem muss her, um von einem Standort A zu einem möglicherweise unbekannten Ort B zu kommen. Auch im betrieblichen Umfeld ist ein Navigationssystem erforderlich: Eine Standortbestimmung muss genauso her wie eine Zielbeschreibung und eine Landkarte mit der Strategie. Und übrigens: Die Kommunikation in Unternehmen sollte sich dringend von der des Navigationssystems im Auto unterscheiden – und nicht nur in eine Richtung erfolgen.“ So schrieb ich an dieser Stelle im Mai.

Lassen Sie uns den Gedanken weiter entwickeln. Bei Navigationssystem sagen Sie nicht: Hauptsache da ist eine Landkarte zu sehen. Super ich fahre los.- Nein, da achten Sie darauf, dass Sie in Deutschland die Deutschlandkarte verfügen. Im Ausland wechseln Sie zur Not das Kartenmaterial, sollte Ihr Navigationssystem nicht alle Karten gespeichert haben. Kurz: Sie achten darauf, dass Ihnen die Karte als Abbild der Wirklichkeit hilft, Ihr Ziel zu erreichen. Ihr Beifahrer oder Ihre Beifahrerin ist mit Sicherheit auch im Bild, wo die Reise hingeht. Und genau an diesen Themen ist zu arbeiten – nicht nur bei Autofahrten.

Landkarte malen

Also: Sie müssen die richtige Landkarte verwenden – eine Landkarte also, die alles Wesentliche enthält, um Kurs zu halten. Zur Orientierung sollten wir allerdings beim Navigationssystem das Zoomen nicht übertreiben. Und das gilt auch für die Unternehmenspraxis.
Es geht hier nicht darum, eine akademische Abhandlung zu schreiben. Im meinem letzten Post habe ich mich mit der Agenda für das Jahr 2011 befasst. Eine solche Agenda setzt aber einen konzeptionellen Rahmen voraus, nennen wir das Ganze – ohne es überhöhen zu wollen – ruhig Strategie. Um erfolgreich sein zu können, ist es erforderlich
• die Ausgangslage zu kennen
• das Umfeld zu kennen
• das Ziel zu kennen
• ein Vorgehen zu planen und umzusetzen –hiermit habe ich mich bezüglich des Jahres 2011 kürzlich befasst.

Lassen Sie uns mit der Ausgangslage und den Umfeldbedingungen beginnen – der Landkarte also, in der der Standort bekannt sein muss.

1. Die Landkarte muss einen Blick aus strategischer Perspektive auf Umfeld, Umgebung, Umwelt, Umstände etc. ermöglichen und zwar hinsichtlich
• Wettbewerb und Wettbewerbsdynamik (Marktstellung, Strategien der Wettbewerber, Lieferanten aber auch Kunden, etc). Hierzu eignet sich das 5-Forces Modell von Porter – nicht wirklich neu, aber hilfreich.
• vorhandener Ressourcen und Kompetenzen
• strategischer Stoßrichtung des Unternehmens

2. Des weiteren bedürfen die strategischen Ziele und die Festlegung der strategische Stoßrichtung des Unternehmens einer Beschreibung

3. Welche Strategien und Taktiken sollen zum Einsatz kommen und welche strategischen Initiativen sind geeignet, die Ziele zu erreichen?

Jede Strategie und jedes Geschäftsmodell muss sich damit befassen, wie das alles finanziert werden soll. Reichen die finanziellen Ressourcen? Sind Risiken hinreichend berücksichtigt? Passt das Vorgehen noch in die Zeit? Haben sich die technischen Voraussetzungen verändert und ist dies umfassend berücksichtigt? – Nicht vergessen: die Gravitationsachsen der Weltwirtschaft verschieben sich soeben. – Und wie geht die Organisation mit Risiken um? Wie sollte sie damit umgehen? Auch damit müssen Unternehmen sich befassen. Eine zentrale Rolle kommt natürlich den Mitarbeitern und der Unternehmenskultur zu. Sind also die Mitarbeiter mit den fachlichen Voraussetzungen ausgestattet? Ist die erforderliche Kompetenz an Bord? Ist die Firmenkultur mit der Strategie und den strategischen Initiativen kompatibel?

Es hilft nichts: Wenn Sie Ihre Planung 2011 mit der größtmöglichen Schubkraft vornehmen wollen, brauchen Sie einen konzeptionellen strategischen Rahmen.

Zum Weiterlesen: Standortbestimmung

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Strategische Ausrichtung wichtiger als kurzfristige Aktionen

27. September 2010 - 15:44 Uhr

Vorausschau 2011

Stehen die Eckwerte Ihrer Planung für 2011? Kommt die Budgetierung voran? Sind die wesentlichen Projekte geplant? Haben Sie begonnen, Ihre Agenda 2011 zu schreiben? Sind Sie im Zeitplan? Haben Sie die Gremiensitzungen schon terminiert?

Vorausschau 2011 – und das alles bei unklaren Rahmenbedingungen: Der Tanz der diffusen Signale geht weiter, ohne Unterlass. Mit Sicherheit auch 2011. Dies ist konjunkturellen und strukturellen (Stichwort Globalisierung) Themen geschuldet.

Die Teilnehmer der Finanz- und Kapitalmärkte neigen zu einem Verhalten, das dem von Herden nicht unähnlich ist: Einmal laufen alle in eine Richtung, und dann wieder in eine andere. Der Richtungswechsel ist real und hat Auswirkungen. Häufig ist er aber nicht vorhersehbar oder gar zu verstehen, da nicht durch Fakten getrieben. Auch das wird uns 2011 befassen.

Realwirtschaft

Realwirtschaft funktioniert ein wenig anders.

Für börsennotierte Gesellschaften ist das ein Problem, für andere weniger – aber alle Unternehmungen stehen in diesem Konfliktfeld. Denn beide Sphären sind verknüpft.

Eine überzogene Orientierung an den Finanz- und Kapitalmärkten gepaart mit den kurzfristigen Ergebnisanforderungen erschwert mittelfristige und langfristige Erfolge. Und damit meine ich vor allem die Quartalsdenke: also den Zwang, im Quartalsrhythmus Ergebnisse vorweisen zu wollen oder zu müssen. Für alle Unternehmen ist es aber wichtig, Ideen, Konzepte und Vorgehen zu entwickeln, um die Zukunft zu gewinnen.

Hier setzen Plan, Budget, zentrale Projekte und Agenda-Setting an – häufig im letzten Tertial eines Jahres. Mit der Arbeit an diesen Themen widmen Sie und Ihre Organisationen Ihrer Zukunft Zeit. Das sollte nicht zu einer Excel-Fingerübung verkommen. Es geht um mehr als konsistente Tabellen und Zahlen.

Was heißt das?

Unternehmenserfolg lässt sich nicht operativ gewinnen. Effizienz alleine reicht nicht. Unternehmenserfolg setzt strategische Orientierung voraus. Die Herausforderung ist also, Unternehmen richtig aufzustellen im operativen und strategischen Sinne – und das nicht nur in Umbruchzeiten, aber auch in diesen.

Es gilt, die Zeit zu nutzen. Und das positive Geschäftsklima darf nicht darüber hinweg täuschen: Es gibt noch genug zu erledigen.

• Welche Glieder und Bereiche Ihrer Wertschöpfungskette stehen im Fokus? Ist die Fertigungstiefe für heute und morgen auf dem „richtigen“ Niveau? Sollte Insourcing oder Outsourcing forciert werden? Haben Sie das Produktportfolio bereinigt und auf zukünftige Anforderungen ausgerichtet? Gilt es, Serviceleistungen auszuweiten?
• Ist Ihre Wachstumsstrategie ausformuliert und muss mit Maßnahmen 2011 unterlegt werden? Ist eine regionale Expansion angesagt? Soll Wachstum in angestammten Märkten erfolgen? Wie?
• Wie lässt sich die Effizienz der Fertigung weiter steigern?
• Sind die Herausforderungen ohne weitere Investitionen in IT zu lösen?
• Welche Strategien für Training und Ausbildung sollen und müssen zum Einsatz kommen? Wie muss sich die Organisation weiter entwickeln, um ihre Zukunftsfähigkeit zu erhöhen?
• Gilt es, in den Vertrieb zu investieren? Sind Kostensenkungsprogramme angedacht?
• Finanzierung: Wie sieht es 2011 aus mit Finanzierungsbedarfen? Welche Rolle werden Working Capital Management und Forderungsmanagement spielen (das sind ja sicherlich Dauerbrenner)?

Und darüber hinaus: Ist das Risikomanagement auf dem gewünschten und erforderlichen Stand? Ist allen Mitarbeitern in der Organisation die strategische Ausrichtung bekannt? Ist sie auch allen bewusst? Haben Sie die aktuellen Ziele kommuniziert und die Kommunikation der Ziele 2011 terminiert?

Was steht auf Ihrer Agenda für das laufende Jahr? Was steht bei Ihnen auf der Agenda für 2011?

Zum Weiterlesen:

1. Tanz der diffusen Signale
2. Aktuelles zur Konjunktur
3. Unsicherheiten auf den Finanz und Kapitalmärkten
4. Globalisierung

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Der Tanz der diffusen Signale

26. August 2010 - 12:21 Uhr

Der Tanz diffuser Signale geht weiter, kein Ende in Sicht.

Wir entsinnen uns der euphorischen Grundstimmung. Lange ist das nicht her, das war Anfang August – keine drei Wochen also.

Dann wächst in wenigen Tagen die Sorge um den deutschen Aufschwung bedrohlich heran, wie das Handelsblatt berichtet. Diese Sorge drückt auf die Finanzmärkte: Der Dax stürzt in wenigen Tagen von Jahreshöchstständen ab, der Euro schwächelt. Wieder einmal ist die Rede von der Immobilienblase in China. Wieder einmal könnte die US Konjunktur schwächeln. Wirklich neu ist das alles nicht.

Da beruhigt es, dass der Rekordaufschwung gar nicht mehr zu vermeiden ist. Der Spiegel vermeldet es bereits.

Auch der Ifo-Geschäftsklimaindex weist in diese Richtung, wie der Spiegel gleich noch mal bestätigt. Und heute das GfK Konsumklima….

Und das, obwohl doch klar ist, dass eine exportorientierte Wirtschaft wie die deutsche von der Nachfrage in anderen Ländern abhängig ist. Verzeihen Sie mir diese Darstellung: Es ist doch logisch, dass die konjunkturelle Entwicklung fragil ist. Übertreibungen helfen da nicht wirklich.

Fazit: Der Tanz der diffusen Signale geht weiter – es rockt.

Für Unternehmen gilt: In Gefahr ist, wer nicht in Szenarien und Optionen denkt. In Gefahr befindet sich, wer nicht Chancen zu sehen bereit ist. In Gefahr ist auch, wer sich nicht mit den Risiken auseinandersetzt. Strategie und Ausrichtung sind dringend erforderlich. Bauchgefühl und Intuition reichen da nicht.

Mehr zum Thema:
Euphorie, Optimismus, Risiken

Thomas Stiegler

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„Strategie und Umsetzung sind das zentrale Thema für Erfolg“ – ein Nachtrag

20. August 2010 - 13:35 Uhr

Wie lassen sich Strategien zusammenführen und umsetzen? Eine interessante Frage, auf die Professor Marco Iansiti in einem Interview mit “Harvard Business School Working Knowledge” weitere Einblicke bietet.

Sicher erinnern Sie sich: In meinem Beitrag „Erfolg von Windows 7 ist kein Zufall: Strategie und Umsetzung sind das zentrale Thema für Erfolg“ hatte ich Ihnen das Buch „One Strategy“ von Professor Iansiti und Microsoft Manager Steven Sinofsky bereits vorgestellt. Es befasst sich mit der Entwicklung von Strategien und deren Umsetzung und beschreibt einen praxiserprobten, konzeptionellen und kommunikativen Ansatz – anhand von Orginalblogs sowie Reflexionen.

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Der nächste Stresstest kommt bestimmt

24. Juni 2010 - 11:33 Uhr

Turbulente Zeiten
Die Zeiten sind turbulent, die Veränderungen im globalen Rahmen gravierend, die Gewichte verschieben sich rasant. Das Handelsblatt vom 11.06.2010, fasst zusammen: „Asiaten hängen die Europäer ab. Pekings Exporte explodieren um 50 Prozent, die Region strotzt vor Kraft. China, Japan und Indien vernetzen sich – und drängen Europa aus dem Geschäft.“ Die nationale und europäische Politik scheint diese Dimensionen noch gar nicht verstanden zu haben.

Die Annahme von gemütlichen und stabilen Verhältnissen gehört ins Museum. Unsere Welt ist verdammt komplex und wird eher komplexer als einfacher- dies gilt für politische, soziale, wirtschaftliche und technologische Dimensionen. Stichworte: Demographische Entwicklung und Alterung der Gesellschaft, Eintritt der Digital Natives ins Berufsleben, Entwicklung zu einer Informations- und Wissensgesellschaft, fortschreitende Globalisierung, Ressourcenknappheiten, Erderwärmung und deren Folgen.

Lassen wir die Annahme fallen, die Phase von kleinen und großen Anpassungskrisen sei vorbei, nur weil wir derzeit eine konjunkturelle Stabilisierung beobachten können.

Lassen Sie uns lieber annehmen, dass
• sich Änderungsbedarfe eher beschleunigen als entschleunigen
• die Herausforderungen an Organisationen und Institutionen eher zu- als abnehmen

Handlungsbedarf
Eine Studie belegt es: Firmen, die präventive Maßnahmen zur Krisenbewältigung mit expansiven Maßnahmen kombinieren, bewältigen Krisen besser als ihre Wettbewerber. Lediglich mit Stellenabbau, Effizienzerhöhung oder beidem zusammen lässt sich Zukunft nicht gewinnen. Bessere Erfolge lassen sich erzielen, wenn diese (erforderlichen) Maßnahmen ergänzt werden um Maßnahmen zur Markterschließung und/oder Investitionen in Vermögenswerte.
Wie Sie im Aufschwung durchstarten, beschreiben Ranjay Gulati, Nitin Nohria, Franz Wohlgezogen wunderbar im gleichnamigen Artikel des Harvard Business Manager vom Mai 2010.

Erfolgreiche Krisenbewältigung erfordert mehr als Kosten senken und managen von Liquidität. Ein Geschäftsmodel, das zukunftsfest ist, gehört ebenso dazu, wie eine Strategie zur Ausrichtung des Unternehmens, die die Potentiale der Firma fortentwickelt. Das ist klar.

Es gibt darüber hinaus eine weitere Herausforderung:

Für Unternehmen gilt: Belastbarkeit, Elastizität, Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit haben strategischen Wert. Dies gilt gerade in Krisenzeiten. Die Entwicklung dieser Potentiale sollte daher nicht dem Zufall überlassen werden, sondern bewusst systematisch erfolgen.

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Ist die Organisation richtig aufgestellt? Ist das Unternehmen auf die nächsten Stresstests vorbereitet?

Thomas Stiegler

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Erfolg von Windows 7 ist kein Zufall: Strategie und Umsetzung sind das zentrale Thema für Erfolg

29. Mai 2010 - 18:58 Uhr

Ohne strategisches Denken und Handeln ist eine Zukunftssicherung von Unternehmen nur schwer vorstellbar. Das strategisch Gewollte und das Gemachte: Das sind zwei verschiedene Dimensionen. Strategie und Umsetzung gehören zusammen – und dies ist eine Führungsaufgabe. Nur so lassen sich nachhaltige Erfolge erzielen.

Von Beispielen lernen

Vista hat Kunden und Partner von Microsoft enttäuscht- mit der Einführung hat Microsoft viel verspielt: Image, Reputation, Sympathien. Und das in einer Phase des Umbruchs der IT Industrie: Aufstieg von Google, große Erfolge bei Apple, Mobilität als zentraler Trend, Smartphones als Alternative zu Notebooks, Open Source Angebote – Stichwort Linux. Microsoft wirkt da mit Vista der Vergangenheit verhaftet. Oder deutlicher: Microsoft sieht alt aus. Eine Ikone der IT-Branche mit solch einem Problem!

„About six weeks after I moved into the new role I remember reading that when asked about the next release of Windows Steve Ballmer said, that will never happen again…it´ll never happen again.“ Dies schrieb Steven Sinofsky in seinem Blog (zitiert aus “One Strategy“, S. 30).

Eine komplexe Aufgabe. Eine Produktstrategie ist sicherlich ein Muss. In jedem Fall gilt aber: Strategie und Umsetzung müssen in Einklang gebracht werden – dies ist die zentrale Herausforderung. Das ist klar und die Antwort liegt im strategischen Vorgehen und der Ausrichtung der Organisation. Kommunikation spielt in solchen Situationen eine zentrale Rolle.

Eine derartige Ausgangslage ist immer wieder und auch in anderen Industrien zu beobachten: Erfolgreiche Firmen in Branchen sehen den Wandel zu spät und reagieren nicht konsequent auf die Anforderungen von Kunden und Partnern.

Doch die richtige Reaktion kann man lernen: In dem Buch „One Strategy: Organization, Planning, and Decision Making“ verdeutlicht Steven Sinofsky seinen konzeptionellen und kommunikativen Ansatz durch originale Beiträge des Microsoft-internen Blogs zur Entwicklung und Einführung von Windows 7. Den theoretischen Hintergrund dazu beleuchtet sein Mitautor, Harvard Professor Marc Iansiti.

Kein Mainstream Strategiebuch, ein Buch aber, das den Zusammenhang zwischen Strategieentwicklung und Umsetzung thematisiert. Dies geschieht anhand des Beispiels Microsoft 7. Der kommunikative Part wird oft unterschätzt. Führungskräfte halten vieles für trivial und selbstklärend. Dem ist aber häufig aus Sicht der Mitarbeiter nicht so. Das Instrument „Blog“ als hausinterne Kommunikationsplattform wird vermutlich viel zu wenig eingesetzt.

Der Ansatz ist bedenkenswert, setzt aber voraus, dass die Bedeutung der Kommunikation erkannt und bewältigt wird. E-Mails, Meetings, Blogs:
Für Microsoft hat er sich in jedem Fall als Erfolg erwiesen. Denn Windows 7 erfüllt die Erwartungen von Kunden und Partnern. Klare Konzepte und systematisches Vorgehen bei der Produktentwicklung waren eine der wesentlichen Voraussetzungen. Und ohne Kommunikation geht´s auch nicht.

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Standortbestimmung

18. Mai 2010 - 15:25 Uhr

Stimmungsbild

„In der Wirtschaft herrscht eine merkwürdige Stimmung. Die Staatsschuldenkrise produziert so katastrophale Schlagzeilen, als stünde die Welt vor dem Untergang. Gleichzeitig häufen sich optimistische Meldungen, die den Eindruck erwecken, es habe die üble Finanzkrise nie gegeben, die 2008 begann und danach die halbe Weltwirtschaft in einen Abwärtsstrudel riss. Ein deutsches Mini-Wachstum von 0,2 Prozent im ersten Quartal wird bereits zur Erfolgsbotschaft hochstilisiert. Viele Firmenchefs sprechen inzwischen vom Jahr eins nach der Krise, als stünde der neue Aufschwung vor der Tür und als sei das konjunkturelle Grauen der vergangenen 24 Monate schon weit zurückliegende Historie“, so schreibt Büschmann in der Süddeutschen Zeitung.

Die Krise ist noch nicht vorbei

Naivität und die „Alles wird Gut – die Finanzkrise ist vorbei“-Einstellung helfen genauso wenig wie eine Fixierung auf konjunkturelle und strukturelle Verwerfungen, die klassische „Ob das wieder werden kann?“-Mentalität.

Was heißt das für Unternehmen? Die zentrale Herausforderung ist es, Unternehmen zukunftsfest zu machen: Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Agilität müssen gesteigert werden, Liquidität ist zu sichern. Maßnahmen von strategischer Dimension bedürfen der Umsetzung. Die Profitabilität bedarf der Beobachtung. Die Frage lautet hier: Wirken die Maßnahmen zur Kostensenkung im gewünschten Ausmaß?. Denn ohne ausreichende Gewinne wird die zukünftige Finanzierung der Geschäfte immer schwieriger. Innovationen müssen her. Bei unzureichender Innovationskraft eines Unternehmens ist seine Marktstellung kritisch zu beleuchten. Entscheidend ist: Hält das Geschäftsmodell?

Durchstarten heißt, mit klarem Konzept verschiedene Themen zu bewältigen und zwar gleichzeitig. Das bedeutet auch: Keine Paralyse durch die Analyse. Ohne Analyse und nur mit „Bauchgefühl“ wird es allerdings auch nicht funktionieren.

Beim Autofahren ist das klar:
Lenken und Steuern alleine reicht nicht – man muss schon wissen, wo man hin will.

Ein Navigationssystem muss her, um von einem Standort A zu einem möglicherweise unbekannten Ort B zu kommen. (Ich gehöre übrigens zu jenen Autofahrer die sich die Route der Staus wegen auch bei bekanntem Ziel dynamisch ansagen lassen). Auch im betrieblichen Umfeld ist ein Navigationssystem erforderlich: Eine Standortbestimmung muss genauso her wie eine Zielbeschreibung und eine Landkarte mit der Strategie. Und übrigens: Die Kommunikation in Unternehmen sollte sich dringend von der des Navigationssystems im Auto unterscheiden – und nicht nur in eine Richtung erfolgen.

Ohne strategisches Denken und Handeln ist eine Zukunftssicherung nur schwer vorstellbar. Das strategisch Gewollte und das Gemachte: Zwei verschiedene Dimensionen, die zusammen gehören . Strategie und Umsetzung – eine Führungsaufgabe.

Wie lassen sich hier Brücken schlagen?

Hier bedarf es einer klaren Vorgehensweise. Und dazu gehören auch Kommunikation und Führung. Doch auf diese Themen werde ich in einem späteren Blogpost zurückkommen. Jetzt möchte ich erst einmal mit dem Ausgangspunkt aller Überlegungen beginnen: mit der umfassenden Standortbestimmung.

• Für unternehmensinterne Diskussionen bedarf es einer gesicherten Basis – und dies geht weit über die Buchhaltungs- und Controllingberichte hinaus.
• Aber nicht nur intern, auch für die externe Kommunikation ist eine umfassende, erläuternde und erklärende Bestimmung der Performance, der Ziele, der Strategien und Taktiken ein Muss. Dies gilt im übrigen auch zur Vorbereitung auf die Diskussion mit Banken oder anderen Finanzierern, mit großen Kunden und bedeutenden Lieferanten.

Wie kann eine Standortbestimmung aussehen?

Es bedarf der glasklaren Analyse. Unternehmensstärken und Schwächen müssen transparent gemacht werden.

Ich empfehle folgende Bestandteile:
• Kurzprofil der Industrie sowie der Wettbewerbsstrategie des Unternehmens
Hier geht es um die Beantwortung der Frage an einen Branchenfremden: Wie erkläre ich die Branche, die spezifischen Erfolgsfaktoren etc.
• Fundierte Kennzahlenanalyse (Ertrag, Bilanz, Cash-Flow-Kennzahlen) unter Verwendung von Abschlussdaten (Jahr/Quartal/Monat) und
• Unternehmensausblick

Trivial? Haben Sie das schon alles vorliegen in Ihrem Unternehmen? Auch in einer adäquaten Form? Und wie sieht es mit der hausinternen Kommunikation aus?

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