Kategorie: Supply Chain


Das Weihnachtsgeschäft im Netz

27. November 2011 - 13:24 Uhr

Laut einer Umfrage des Hightech Verbandes Bitkom beabsichtigt jeder dritte Bundesbürger den Kauf von Weihnachtsgeschenken im Netz- dies stellt abermals einen neuen Höchstwert dar.
“Das entspricht 24 Millionen Menschen. Hinzu kommen weitere 15 Millionen, die Interesse am Online-Kauf von Präsenten haben, aber noch unentschlossen sind.”

Und Sie, haben Sie sich auch zum Kauf im Netz entschieden? Vielleicht heute, am ersten Advent, den Beginn der “staaden Zeit” ( ruhige Zeit). Na, da sind die Bitkom Tipps zum Einkauf im Netz sicherlich hilfreich ;-) .

Ich wünsche Ihnen einen schönen ersten Advent.

Thomas Stiegler

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Konjunkturrisiken

27. März 2011 - 16:11 Uhr

Gemäß dem ifo Geschäftsklima (Monat März) für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands bleibt die positive Konjunkturentwicklung intakt (1). Der leichte Rückgang ist „allein erwartungsbedingt“. Kurz: „Deutschland befindet sich im Aufschwung“. Zu bedenken ist allerdings, dass „knapp die Hälfte der Firmenantworten …nach der Havarie in Fukushima“ eingetroffen sind.

Die konjunkturellen Auswirkungen der dramatischen und menschlich tragischen Entwicklungen in Japan, sowie die Entwicklungen im arabischen Raum (auch dort mit viel menschlichen Leid verbunden) können das Bild schnell und radikal ändern. Manche kritische Stimme weist in diese Richtung (2). Die Versorgungsrisiken in der Supply Chain sind nach Ausmaß und Dauer derzeit nicht einschätzbar. Die Erdölpreis Entwicklung tut ihr übriges (3).
Jedes einzelne Unternehmen wird sich mit konjunkturellen Entwicklungen befassen müssen: Gerade jetzt, deutlich intensiver, detaillierter, zeitnah und mit hohem analytischen Gespür.

Thomas Stiegler

(1) ifo Geschäftsklima

(2) Zur Rezessionsgefahr beispielsweise ein Artikel der Wirtschaftswoche (Online)

(3) Zu Supply Chain Risiken beipielsweise ein Artikel in der New York Times

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Konjunktur: Unsicherheiten

21. März 2011 - 07:18 Uhr

Noch vor kurzem herrschte durchgängiger Konjunkturoptimismus. Dies könnte sich jetzt schnell ändern. Steigende Erdölpreise in Folge der Umbrüche in der arabischen Welt und den Militärschlägen gegen Libyen, Lieferschwierigkeiten von Key Komponenten aus japanischer Produktion und weltweit hohe öffentliche Schulden, gerade auch in Europa: „Uncertainty hangs like a cloud over the future of the global and American economy. Only weeks ago, many economists foresaw a quickening of the recovery“, so die New York Times.

Der ifo Konjunkturtest März 2011 wird diesbezüglich noch keine wesentlichen Hinweise geben können.

Thomas Stiegler

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Change and Globalisation: Klarer Blick erforderlich

9. Dezember 2010 - 13:14 Uhr

Ob die Welt flach ist oder flach wird, oder flach bleibt (Vgl. „Die Welt ist Flach“ der Klassiker von Thomas Friedmann : Klar ist, die Gravitationsachsen der Weltwirtschaft haben sich bereits verschoben und verschieben sich weiter und zwar mit wachsender Geschwindigkeit und Auswirkung.

Das sind die Entwicklungslinien:
• Derzeit verschiebt sich die Bedeutung von Wirtschaftsräumen. Insbesondere Asien (China und Indien, aber auch andere Taiwan bis Singapur) und Südamerika gewinnt, USA und Europa verlieren – und dies aus unterschiedlichsten Gründen. Diese Entwicklung ist unumkehrbar. Unbenommen: Die Geschwindigkeit der Entwicklung unterliegt Schwankungen. (1) Der Reuters Korrespondent Alan Wheatley fasste dies in der New York Times am 22. November, 2010 zusammen: „Developing economies now account for about half of global growth. Thanks to a brisk recovery from the financial crisis, their import demand is growing twice as fast as that of advanced markets. In a powerful symbol of such shifts in the world economy, the manager of the euro zone’s financial rescue fund said he could quickly raise money to bail out Ireland by turning to Asia.“ (2)

• Dies geht einher mit der Entwicklung der Innovationskraft von Unternehmen dieser prosperierenden Wirtschaftsräume. Neue Wettbewerber entstehen. Das technologische Gap zwischen den boomenden „Newcomer“ und den vormals führenden Ländern schließt sich Zug um Zug(3). Die Wettbewerbskraft dieser Regionen gewinnt (4)
• Handelsbeziehungen und Handelsströme verändern sich und dies gilt für Länder, Volkswirtschaften und Regionen. Ausrichtung wenigerer entwickelter Länder aufeinander und Handel miteinander boomt. Kein Zufall, mit welcher Intensität China weltweit Partner sucht und findet.
• Zwei zentrale technologische Trends haben die relativen Kosten der Zusammenarbeit von Regionen und Unternehmen deutlich verändert: Informations- und Kommunikationskosten sinken- Distanzen verlieren an Bedeutung. Dies gilt- zumindest derzeit ebenfalls für Transportkosten.
• Länder übergreifende Supply Chains unterschiedlichster Branchen verändert sich, weniger entwickelte Länder treten in internationale Supply Chains ein. Hieraus ergibt sich erheblicher Anpassungsdruck an bestehende Supply chains.
• Neue Märkte für Produkte in Emerging Countries entstehen und das sind nicht immer die Produkte die in den entwickelten Ländern erfolgreich sind.
Veränderungen und Verschiebungen gewannen in der Krise Momentum- man denke nur an die unterschiedlichen Wachstumsraten einzelner Weltregionen. In der jetzigen Phase und der Nachkrisenphase wird sich dies nicht umdrehen. Zu offensichtlich und nachhaltig sind diese Verschiebungen, teilweise auch Verwerfungen zwischen den großen Wirtschaftsräumen im Weltmaßstab. Seit Jahren spreizen sich die Wachstumsraten zwischen den Wirtschaftsräumen, auch demographische Entwicklungen spielen hierbei eine Rolle.

Wie gehen Sie damit um? Haben Sie einen konzeptionellen Rahmen (4), der Ihnen hilft die Sachthemen zu sortieren, die zu bewältigen sind? Reichen Ihnen die Instrumente zur strategischen Planung, um mit diesen Themen umzugehen? Wie steht es um die Veränderungsbereitschaft und die Veränderungsfähigkeit in Ihrer Organisation? Sind die Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen auf Veränderungen vorbereitet? Sehen Sie den Punkt? Sind Ihnen diese Linien hinreichend bewusst, bei all Ihren Entscheidungen? Sind diese Linien Ihrem Umfeld, Ihren Chefs und Ihren Mitarbeitern hinreichend bewusst? Sind uns allen die Herausforderungen der nächsten Jahre bewusst- oder verfangen wir uns im Klein Klein ohne es zu merken? Klarheit zu diesen Fragen ist eine Voraussetzung für erfolgreiche Unternehmensführung.
Und: Was heißt das für Planungen und Ausrichtungen für Unternehmen in Deutschland und Europa? Welche Bedeutung hat dies für den „Mittelstand“? Bedarf es einer Neuausrichtung von Unternehmen: Meine Sicht: Der Handlungsbedarf ist immens, teilweise durch positive konjunkturelle Entwicklungen verdeckt- und das genau ist die Gefahr. Sind Sie durch dieses Thema bereits durch? Kommen meine Hinweise zu spät? Alles bereits auf den Weg gebracht? Gratulation!

Thomas Stiegler

Anmerkungen
(1) In der Studie „GLOBAL METRO MONITOR”
des Brookings Institution der London School of Economics and Political Science
und dem Deutsche Bank Research unterstützt durch die Alfred Herrhausen Society der Deutschen Bank wurden 150 Großstadtsregionen untersucht. Die Studienergebnisse indizieren, dass insbesondere “Metropolitan Areas” in Asien und Südamerika gestärkt und mit erhöhten Wachstumsraten aus der Finanzkrise hervorgehen.

(2) In seiner Kolumne „Wait a Bit to Write Off the West“ setzt ALAN WHEATLEY
sich mit den Entwicklungschancen auseinander.
Zu den zu erwartenden Verschiebungen fasst Alsan Wheatly verschiedene Quellen wie folgt zusammen: „The Organization for Economic Cooperation and Development, a club of 33 industrial democracies, forecasts in a new report that by 2030, non-O.E.C.D. economies will account for 57 percent of global GDP, up from just 40 percent in 2000.
According to a recent book by World Bank economists who examined the post-crisis policy outlook, developing countries could overtake their developed peers collectively

(3) Siehe meinen Blogbeitrag

Zum weltweit schnellsten Zug auch “China Daily”

(4 )Wettbewerbsverschiebungen: Hier bietet das IMD World Competitiveness Yearbook
interessante Hinweise

(5) Pankaj Ghemawat entwicklet in seinem Buch “Redefining Global Strategy: Crossing Borders in a World Where Differences Still Matter” einen konzeptionellen Rahmen, ich komme hierauf in Kürze zurück.

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China Strategie: Wie weit sind Sie?

5. Dezember 2010 - 16:16 Uhr

2011 ist das erste Jahr des nächsten 5 Jahresplans Chinas. Es ist der zwölfte- und er scheint ein bedeutsamer zu sein. Chinas Wirtschaft boomt, hat mittlerweile den Rang 2 in der Weltwirtschaft erlangt und steht nunmehr vor einer größeren Transformation: Die Inlandsnachfrage wird dem Plan zu Folge an Bedeutung gewinnen, die wissenschaftlichen und technologischen Innovationen ebenso. Maßnahmen zur Schonung natürlicher Ressourcen und Umweltschutz sollen Bestandteil der Politik der nächsten 5 Jahre werden.

Die unglaubliche Summe von 1,5 Billionen $ soll Meldungen (1) zu Folge in strategische Industrien investiert werden. Und das sind die strategischen Felder:

• erneuerbare Energien (alternative energy)
• Biotechnologie (biotechnology)
• IT der nächsten Generation (new-generation information technology)
• (High end) Maschinenbau/ Bau von Produktionsanlagen (high-end equipment manufacturing)
• moderne und neuartige Werkstoffe (advanced material)
• Autos mit alternativen Antrieben/ Elektroautos (alternative-fuel cars)
• Umweltfreundliche Technologien und Umwelttechnik (environmentally friendly technolgies)

Keine Frage, die aufgerufenen Summen sind unvorstellbar hoch. Ob diese tatsächlich sinnvoll in diese Industrien investiert werden können, kann und wird durchaus bezweifelt.

Diese Berichte sind bisher nicht bestätigt: Klar scheint aber die veränderte strategische Ausrichtung der chinesischen Wirtschaftsentwicklung. Und das ist die eigentliche Message.

Der schnellste Computer wurde in China (2) entwickelt und steht auch dort. Seit kurzem wissen wir auch, dass der schnellste Zug in China fährt (3).

Gravitationsachsen der Zukunftsbranchen verändern sich. Chinesische Unternehmen werden vermehrt Hightec- Produkte in Absatzmärkte verbringen. Es entstehen neue Wettbewerber. Eingespielte Lieferketten werden in der Zukunft nicht mehr wirtschaftlich funktionieren. Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen werden sich verändern.

Chancen und Risiken liegen nahe beieinander. Es gilt diese strategischen Herausforderungen zu durchdenken und in Planungen und Maßnahmen aufzunehmen.

Wie weit sind Sie mit der „China Strategie“ in Ihrem Unternehmen? Ganz ehrlich: Wie weit sind Sie?

Thomas Stiegler

Zum Vertiefen
1. Reuters, aber auch die größte englischsprachige Tageszeitung der Volksrepublik China (in Staatseigentum)
China Daily , sowie das Handelsblatt

2. In meinem Beitrag vom 31.10.2010 zu „China Strategie“ habe ich das Beispiel schnellster Computer bereits erwähnt

3. Schnellster Zug

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Kennen Sie……

3. November 2010 - 15:59 Uhr

…..Quanta, Compal oder Wistron? Dann sind Sie Brancheninsider. Sie kennen sich in der IT Industrie aus: Bei diesen Firmen handelt es sich um IT Equipment Fertiger von gigantischer Größe. Vermarktet werden diese Produkte von Firmen wie HP, Acer, Dell und Co.

Laut CRN.de stammen ca 90 % der weltweiten Notebook Produktion aus den Fabriken von 7 taiwanesischer Unternehmen mit Produktionsschwerpunkt in China- eine seit Jahren nahezu stabile Situation.
Übrigens, Quanta fertigt 60 Mio, Compal 56 Mio und Wistron 36 Mio Notebooks pro Jahr- das sind mehr als 75 % der gesamten Jahresproduktion von ca 200 Mio Einheiten.

Wie kam es zu dieser Aufgabenverteilung? Die Supply Chain in der IT Industrie hat sich Zug um Zug und dennoch radikal geändert. Integrierte Herstell- und Vertriebsunternehmen lagerten Aufgaben, Tätigkeiten und Verantwortungen aus. Auftragsfertiger wurden zu Partnern, die Komplexes bewerkstelligen: Research & Development, Produktentwicklung, Beschaffung von Vorprodukten, Produktion und Assemblierung. Fehlen noch Vermarktung und Distribution- die befindet sich schwerpunktmäßig in den Händen der „Etablierten“ der Branche. Ausnahmen: Acer und ASUS. Die vormals integrierten PC und Notebook Firmen (HP & Co) sind in diesem Spiel vorwiegend Vermarkter im umfassenden Sinne, durchaus Impulsgeber, vielleicht auch mit Research & Development oder auch Produktentwicklung befasst. Bei dieser Transformation der Supply Chain wanderte viel Know How zu den Fertigern, nicht nur Fertigungsknow How.

Ist die Transformation der Supply Chain in der PC und Notebook Industrie ein „Master“ auch für andere Industrien? Sehen Sie solche Tendenzen in Ihrer Industrie? Welche Auswirkungen hat diese Überlegung für Ihr Unternehmen? Wie gestalten Sie unter strategischen Gesichtpunkten Ihre Supply Chain?

Thomas Stiegler

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