Kategorie: Veränderung


Atem und Krächzten in der VUCA-Welt

28. Januar 2015 - 20:20 Uhr

Die Welt atmet schwer, die VUCA-Welt (1) atmet und krächzt, gehetzt von Ereignissen die in ihrer Schlagzahl ungewöhnlich erscheint.
Wir sind in dem ungewissen der neuen Normalität noch immer nicht angekommen.

Kriegerische Auseinandersetzungen in Nahost und der Ukraine, Islamischer Staat mit expansiver Terrorausprägung, Terroranschläge in Frankreich, Hassbürger auf den Straßen von Dresden – vieles so nicht erwartet, immer wieder mit Überraschungsfaktoren. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig.

Auch wirtschaftlich tut sich einiges: Währungsräume führen einen neuen und skurrilen Tanz. Die EZB flutet die Finanzmärkte mit Geld, sinkende Zinsen sind die Folge, deren Auswirkungen nicht wirklich abschätzbar: Heerscharen neoklassisch geprägter Ökonomen kreischen in Deutschland immer schriller, während andere Ökonomen die EZB für ihre zurückhaltende Geldpolitik kritisieren. Die Ökonomen geben der VUCA Welt nur ein Ständchen- die einen mit schrillen Tönen , andere mit leiser Hintergrundmusik. Der Euro gewinnt in den Tagen nach den Griechenland Wahlen an Wert. Auch ein wenig unerwartet.

Der Absturz des Euros hat Folgen (2): Die deutsche Exportindustrie boomt, allen voran die Automobilindustrie, Anlagenbau und Werkzeugmaschinenindustrie. Für wie lange? Noch schnell ein Auto kaufen, hohe Benzin Verbräuche in Kauf nehmen- Elektro Mobilität vergessen?
Erratische Bewegungen, volatil, nicht abschätzbar, unsicher- alles in einer Welt diffuser Signale- ein hoch komplexes System. Die Entwicklung des Euros ist nur ein kleines Beispiel, kann lediglich der Illustration dienen.

Und in dieser Welt wollen Sie bestehen? Persönlich und Wirtschaftlich? Ihr Business Modell kommt doch schon längst in die Jahre und wird den nächsten Innovationsschub mit zunehmende Vernetzung und Digitalisierung aller Lebensbereiche nicht überstehen. Die grauen Haare Ihres Führungsstils haben Sie nur deshalb nicht wahrgenommen, weil Sie sich an die grauen Haare ihrer Schläfen längst gewöhnt haben. Aufbruch und Dynamik, das Erspüren neuer Trends, verlassen der Routine wird: Wird Ihnen das gelingen? Wird Ihnen das so gelingen?

Thomas Stiegler

Zum Weiterlesen(1) Mit dem Thema Veränderung und der Beschreibung mit Dimensionen des Wandels habe ich mich in diesem Blog immer wieder auseinandergesetzt
Zum Begriff VUCA: siehe diesen Link. http://thomas-stiegler-consulting.de/blog/category/vuca
(2) „Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Januar auf 106,7 Punkte gestiegen, von 105,5 im Vormonat. Dies ist der dritte Anstieg in Folge. Die Unternehmen waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem blicken sie wieder mehrheitlich optimistisch auf die kommende Entwicklung. Die deutsche Wirtschaft startet gut ins neue Jahr.

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Welt aus dem Lot?

28. September 2014 - 21:25 Uhr

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Umbrüche, Umwuchtungen, Verschiebung von wirtschaftlichen Gravitationsachsen- umfassende weltweite Transformationen. Ist diese Welt aus dem Lot geraten?

Keineswegs. Nicht die Welt ist aus dem Lot, sondern unsere Wahrnehmungen passen nicht mehr. „The new normal“ stellt vieles in Frage. Die gesellschaftliche Wirklichkeit und die Bedingungen für Unternehmen ändern sich mit hoher Geschwindigkeit. Konzepte, die heute erfolgreiches wirtschaftliches Handeln bewirken, haben sich schon bald überlebt (1).

Einige Stichworte zu Entwicklungslinien:

• Demografische Entwicklung einhergehend mit einer alternden Gesellschaft (nicht nur im Westen, auch in China in Folge der „Ein-Kind-Politik“),
• wissenschaftliche und technologische Entwicklungen (beispielsweise pharmazeutisch-medizinische Durchbrüche),
• Veränderungen im Transport und Logistiksektor (selbst fahrende Autos oder Transportdrohnen) sind nur einige Schlaglichter auf Entwicklungen die dies belegen.
• Diese Entwicklungen gehen mit ökologischen Krisen, Klimaerwärmung und Rohstoffkrisen einher. Handlungsspielräume der Menschheit verändern sich: Dies gilt für Bürger, Konsumenten, Unternehmen und Staaten gleichermaßen.

Auswirkungen hiervon sind konkret kurzfristig wirksam und in ihrer Vernetzung schwer einschätzbar. Unternehmen müssen (Markt-)Signale unterschiedlichster Art und Herkunft schnell verstehen und interpretieren. Dies gilt Branchen übergreifend. Unternehmen müssen sich auf neue Gegebenheiten einstellen.

Umbrüche führen zu Unübersichtlichkeiten und Unsicherheiten für Management und Mitarbeiter von Unternehmen. Das „Unknown unknown“ (2) schwebt über uns. Die schwarzen Schwäne kreisen über uns (3).

Das US-Militär beschreibt mit dem Acronym VUCA die Herausforderungen dieser Welt – das Acronym hat seinen Platz in der Managementsprache gefunden. Es steht für Volatiliy, Uncertainty, Complexity, Ambiguity und soll modellhaft und verkürzt die heutigen und morgigen Bedingungen des Lebens, Handels und Wirtschaftens auf unserem Globus beschreiben.

Die Antwort auf die VUCA Welt:
• Agilität und
• Resilienz
der Unternehmen.

Was aber heißt das für Unternehmen, deren Organisation, Unternehmensstrategien, Unternehmenskulturen? Was heißt das für Kompetenzanforderungen an Management und Mitarbeiter? „Passt“ die innerbetriebliche Kommunikation und die Art und Weise von Konfliktlösungen? Ist die Unternehmenskultur “Last” oder “Chance” für zukünftige Erfolge? Was heißt das für unsere Arbeitswelt?

Zum weiter lesen

(1) Strategie und Altpapier

(2) Unkown unknown

(3) Schwarze Schwäne und handlungsbedarfe, siehe auch Schwarze Schwäne- eine Anmerkung zum Konjunkturoptimismus hier auch Literaturhinweis.

(4) VUCA (Definition)

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Strategie und Altpapier

31. August 2014 - 18:41 Uhr

Die Strategiepapiere von heute sind morgen Altpapier und übermorgen im Shredder. Denken und Handeln in vorgezeichneten Bahnen verspielt Zukunft- die Welt ist im Umbruch. Und Strategiepapiere werden dem oftmals nicht gerecht.

Was ist in unserer Welt los?

Eine pessimistische Sicht- Es klingt düster

Eine Welt voller Gefahren: Überall lauern Bedrohungen- bedingt durch Volatilität , Unsicherheiten und Komplexität – und gefährden unseren Wohlstand. Erbarmungslos schlägt das Unerwartete zu, vernichtet das Gute und Schöne. Erbarmungslos würgt Mehrdeutigkeit Klarheit und Transparenz. Es geht unserer Zukunft an die Gurgel. Es würgt alles was uns lieb und teuer ist, würgt unsere Zukunft in Freiheit und Frieden.

Es klingt düster. Es droht Unheil, getrieben von anonymen Mächten- Mächte die einen Namen haben, VUCA (Volatilität, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) und ein Gesicht: Die VUCA Fratze. Diese Fratze erschreckt uns mit fundamentalen Krisen, hart und grausam, unmenschlich verroht und kaltblütig.

Unternehmen werden Opfer von VUCA.

VUCA so interpretiert klingt düster und ist es auch.

In dieser Sicht werden wir Opfer, wären da nicht die Guten, die Helden, die mit klarer Analyse und beherzten Handlungsempfehlungen das Böse, das Gefährliche, das Ungewisse in Schranken weisen würden. Nein, es verwundert nicht, dass das Acronym VUCA aus der Strategieküche des amerikanischen Militärs stammend längst seinen Buzzword–Weg in die Wirtschaft gefunden hat.

Handelt es sich bei VUCA um ein wahres Bonanza für Unternehmensberater und Coaches oder handelt es sich um sinnvolles Konzept zur Orientierung in unübersichtlichen Zeiten?

Eine realistische Sicht

Unsere Welt unterliegt dramatischem Wandel, Atem raubend, schnell und rücksichtslos.

Dieser Wandel ist fundamental. In ihm liegen Chancen- Chancen die diejenigen nutzen werden, die lernen auf den Änderungswellen zu reiten: Mit Wahrnehmung, mit Intuition und mit Analysen. Althergebrachtes verliert an Bedeutung. Neues entsteht. Chancen und Erfolg sind direkte Nachbarn von Risiko und Katastrophe.

Es geht nicht melancholisch depressive Grundmelodie. Ganz im Gegenteil- genug also von Dunkelheit, Beschreibung von Gefahren und Gefährdungen- ohne Perspektiven.

Ja die Welt ist im Wandel. Ja es ruckelt, manchmal stärker, manchmal weniger stark. Es ruckelt und wird weiter ruckeln. Das gehört zu Entwicklungen jeder Art. Im Rückspiegel nennen wir dies Geschichte- und wir können jeden Tag in den Rückspiegel schauen.

Wie können aber auch nach vorne schauen.

Das VUCA Model leistet einiges in einer Welt der Umbrüche. Volatilitäten, Unsicherheiten, Komplexitäten und Mehrdeutigkeiten. Das Konzept bringt es auf den Punkt- nicht mehr und nicht weniger. Klar ist auch: Die Kompetenzen des letzten Jahrtausends reichen da jedoch nicht aus.

Die Strategiepapiere von heute sind morgen Altpapier. Kann VUCA-denken zukünftige Papiere vor diesem Schicksal bewahren? Werden die Shredder in den Strategieabteilungen von Unternehmen in Folge dieses Denkansatzes ausrangiert werden?

Thomas Stiegler

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Dicke Luft kostet Geld (4/4)

12. Mai 2014 - 07:49 Uhr

„Dicke Luft kostet Geld“. Mit diesem Thema habe ich mich in 3 Beiträgen (1) auseinandergesetzt. In abschließenden 4.Teil stehen Konfliktmanagementsysteme im Vordergrund der Betrachtung.

Sollen Konflikte in Unternehmen effizient geklärt werden, so bedürfen diese der systematischen Bearbeitung. In der PWC Studie „Konfliktmanagement – von den Elementen zum System“ (2) entwickeln die Autoren sechs relevante Komponenten zur Kategorisierung von Konfliktmanagement-Ansätzen.

1. Konfliktanlaufstellen
„Welche Stelle ist für den Erstkontakt im Konfliktfalle vorgesehen?“
2. Systematik der Verfahrensauswahl
„Wie gelangt der Konflikt in das jeweils passende Verfahren?“
3. Konfliktbearbeiter
„Welche Kompetenzträger sind für die jeweiligen Verfahren vorgesehen?“
4. Verfahrensstandards
„Wie erfolgt die Steuerung der Vorgehensweisen?“
5. Dokumentation/Controlling/Qualitätssicherung
„Wie werden Rückkopplung und Lernfähigkeit gewährleistet?“
6. Innen- und Außendarstellung/Kommunikation
„Wie kommt Austausch über konkrete Maßnahmen mit Mitarbeitern anderer Unternehmen zustande bzw. wird die Konfliktunternehmenskultur nach innen und außen getragen?

Diese Komponenten eignen sich sowohl für Konflikte am Arbeitsplatz, für Konflikte zwischen Unternehmen und auch für Konflikte zwischen Unternehmensbereichen.

Der PWC Studie zufolge liegt ein „Ein Konfliktmanagement-System erst dann vor, wenn
• alle sechs aufgeführten Komponenten durch entsprechende Elemente realisiert worden sind und
• eine Steuerungsinstanz als siebte Komponente hinzutritt, die die einzelnen Elemente systematisch vernetzt und ihr funktionales Zusammenspiel regelt.“ (3)

Konfliktklärung lediglich unter Effizienzgesichtspunkten zu „erledigen“ verschenkt Potentiale. Konflikte können eine Quelle von Kreativität, Veränderung und Agilität sein. Um diese Potentiale zu nutzen ist ein konstruktiver Umgang mit Konflikten anzustreben.

Fazit:
Konflikte entstehen in unterschiedlichen Schichten von Kommunikation, Zusammenarbeit und Zusammenwirken. Das ist nicht neu. Die Herausforderungen erreichen in einer Welt im Umbruch allerdings andere Dimensionen. Die Quantität der Änderungen und deren Entwicklungsdynamik erreicht eine neue Qualität an kommunikativen Herausforderungen. Ein administrativer ausgerichteter Umgang mit Konflikten reicht nicht aus.

Konflikte sind Bestandteil von Unternehmenswirklichkeit. Dies führt zu erheblichen Friktionen und Kosten. Konfliktmanagement-Systeme sind eher administrativer Natur und begünstigen bürokratische Konfliktlösungsprozesse.

Konfliktentstehung und Konfliktlösung liegen auf anderen Ebenen: Das zeigt schon die Klappenbach Formel: „Konflikt = Sachebene + Gefühl „Kommunikation. (4)Somit wird die Entwicklung einer angemessenen Kommunikationsarchitektur und Kultur zur entscheidenden Frage. Kommunikationsdimensionen sind zukunftsfest auszurichten.

Thomas Stiegler

Anmerkungen:

(1)Dicke Luft kostet Geld (1/4)
http://thomas-stiegler-consulting.de/blog/alle/dicke-luft-kostet-geld-24-2760.htm Dicke Luft kostet Geld (2/4)
Dicke Luft kostet Geld (3/4)
(2) PWC Studie „Konfliktmanagement – von den Elementen zum System“
(3) ebenda
(4)Quellenangabe in Blogbeitrag

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Dicke Luft kostet Geld (1/4)

2. Mai 2014 - 13:38 Uhr

Dicke Luft kostet Geld, viel Geld. Sich mit Konflikten und Kommunikation in Unternehmen zu befassen ist auch aus diesem Grunde sinnvoll. In einigen Beiträgen werde ich mich diesen Themen widmen.
TST

Kommunikation ist wohl der wichtigste Bestandteil der täglichen Arbeit und des täglichen Miteinanders in Unternehmen in einer wissensbasierten Wirtschaft. Die Kommunikation erstreckt sich auf operative und strategische Themen. Aus Ideen werden durch Kommunikation Aktivitäten. Der Kommunikationsprozess beinhaltet Informationsaustausch, Ideenaustausch, Planungen, Entscheidungen und Commitment. Kommunikation ist der Startpunkt von Aktivitäten operativer und strategischer Natur. Oftmals begleiten Konflikte unternehmensinternen Aktivitäten, ausgelöst durch die Art und Weise der Kommunikation.

Sich mit Konflikten, Konflikterhellung und Konfliktklärung zu befassen heißt, sich mit Kommunikation zu befassen. Konflikte lassen sich als Indikator der Angemessenheit der unternehmensinternen Kommunikation interpretieren.

Welche Ansätze helfen Unternehmen den innerbetrieblichen Kommunikationsanforderungen gerecht zu werden? Was bedeutet dies für unternehmensinterne Kommunikation? Wie ist unternehmensinterne Konfliktklärung einzurichten? Sind technokratische Vorgehensmodelle zur Konfliktbewältigung geeignet? Welchen Beitrag leisten betriebswirtschaftliche Konzepte?

Thomas Stiegler

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Umbrüche & Risiken

3. Februar 2014 - 15:18 Uhr

Das Thema passt ja richtig gut ins Heute:
Der Deutschen Wirtschaft geht es gut, die Eurozone stabilisiert sich, und die Weltwirtschaft ist auf Wachstum gepolt. Ja, und die Regierung hat auch zu arbeiten begonnen. Da haben wir doch Schwieriges hinter uns, und die goldene Zukunft vor uns!

Und dann diese Überschrift! Klingt ein wenig apokalyptisch, depressiv und pessimistisch -im besten Fall ist diese Weltsicht nur eine Folge der unwirtlichen Januar Witterung richtig? Oder sitzt das Problem in einer tieferen Psycho-Schicht des Autors? Für Pessimisten ist Optimismus nun mal, die Folge mangelnder Information.

Also: Bin ich Pessimist, weil ich die positiven wirtschaftlichen Signale nicht zur Kenntnis nehmen kann? Oder will ich die positiven Signale einfach nicht zur Kenntnis nehmen?

Keineswegs. Es geht nicht um Pessimismus und mangelnde Informationen. Es geht um den Betrachtungswinkel. Und es geht um den Zeithorizont. Klar, der konjunkturelle Aufschwung mit seiner Kraft trägt uns ein gutes Stück in die Zukunft. Die konjunkturelle Perspektive vernebelt allerdings die Sicht auf Strukturen, Umbrüche und veränderte Kraftfelder. Die konjunkturelle Perspektive vernebelt die Sicht auf Veränderungen unseres (wirtschaftlichen) Handlungsrahmens. Kurz: Es geht nicht um Pessimismus, ein mehr an Information, sondern um Perspektivwechsel.

Wir leben in einer Welt im Umbruch, in einer Welt in Transformation:
• Weltweite Verschiebung der wirtschaftlichen Gravitationsachsen, Entstehung neuer Kräftefelder
• Demografische Entwicklung, alternde Gesellschaft nicht nur im Westen, auch in China
• Wissen und Technologie und Innovationen
• Ökologie, Klimaerwärmung, Rohstoffkrisen
• Und damit einhergehende: Zunehmende Komplexität der Umfeldbedingungen
• Nicht zu vergessen: Querschnittstechnologie IT und Internet

Diese Welt ist in ihrer Vernetzung volatiler, unsicherer, komplexer und ungewisser denn je.
Was aber heißt das für die Management Herausforderungen dieser Tage? Mit Konzepten von gestern lässt sich die Zukunft nicht gewinnen. Wie weit sind Ihre Diskussionen hierzu?

Thomas Stiegler

Zum Weiterlesen:

1. Globalisierung und Strategie- Anmerkungen zur Orientierung
2. China Strategie- wie weit sind Sie?
3. Ciao Dollar, Ciao Euro, Ciao Yuan
4. Über Orientierung und Landkarten

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Nächste Runde: Kampf der Plattformen

16. August 2011 - 00:15 Uhr

So, jetzt greift Google wieder in den Kampf ein: „Es ist der teuerste Zukauf in der Unternehmensgeschichte: Google übernimmt die Mobilfunksparte von Motorola – für 12,5 Milliarden Dollar“ ,so die Süddeutsche. Google mutiert -wie der Spiegel meint- zu einem Alleskönner.

Es ist eine weitere Runde im Kampf um riesige, digitale, also zukünftige Geschäfte und dieser wird über Intellectual Property Rights und Patente geführt. „The deal answers a big question about Google’s next strategic step in wireless. Google has been battling with Apple and Microsoft over patents“ , so die New York Times.

Naja, allzu überraschend ist dieser Kampf nicht (siehe z.B. den Blogbeitrag vom 11.02.2011 „Der Kampf der Plattformen“ )

Beste Grüße
Thomas Stiegler

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World 3.0 – erste Anmerkungen zum neuen Buch von Pankaj Ghemawat

27. Mai 2011 - 15:50 Uhr

Mit seinem neuen Buch „World 3.0“ liefert Pankaj Ghemawat einen Bezugs-, Analyse- und Handlungsrahmen, der umfassende Interpretationen und Orientierungen zulässt und der Schärfung einer strategischen und globalen Sicht dient.

Die Welt ist mit den Worten Pankaj Ghemawat semiglobal, eine Welt, in der Unterschiede von Bedeutung sind, in der Grenzen, Integration und Entfernung nicht verschwunden sind.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise war ein Weckruf weltweit, auch für Deutschland.

In Deutschland folgte dem Absturz eine schnelle konjunkturelle Erholung- Sand in den Augen vieler, die nunmehr zu glauben scheinen, eine Rückkehr zur Tagesordnung, zu Routine , zu einem Vorgehen nach dem Motto „ das haben wir schon immer so gemacht“ – also bitte keine Veränderung und keine Experimente.

Der Weckruf verhallt allzu leicht.

Die Auseinandersetzung mit Finanzen und Wirtschaft im weltweiten Maßstab ist erforderlicher denn je: Die Verschiebungen der Gravitationsachsen der Welt dürfen hierbei nicht aus den Augen verloren werden. Die Weltwirtschaftordnung befindet sich im Umbruch. Analysen und Perspektiven sind die Themen dieses lesenswerten Buches.

Schauen wir, wie lange die deutsche Übersetzung auf sich warten lässt.

Thomas Stiegler

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Anteil der mobilen Internet Nutzung steigt

21. März 2011 - 15:31 Uhr

Der Hightech Verband Bitkom berichtet heute in über eine repräsentative Studie der mobilen Nutzung des Internets. Im letzten Jahr hat sich der Anteil der Handysurfer nahezu verdoppelt- auf nunmehr 18 % der Internet Nutzer. Die Veränderung des Kommunikationsverhaltens schreitet also voran- und dies beschränkt sich nicht auf die private Kommunikation.

Twittern Sie privat? Privat und geschäftlich? Lässt sich das trennen? Beschaffen Sie sich in Meetings Online Informationen? Per Google? Per Twitter? Haben Sie Ihre geschäftliche Kommunikation von E-Mail auf Instant Messaging umgestellt- zumindest in Teilen?

Ihre jüngeren Mitarbeiter und Kollegen werden diese Umstellung bereits vollzogen haben.

Was heißt das aber für die unternehmensinterne Kommunikation? Sind Ihre Prozesse, Regeln und Vorgehen auf diese Zeit bereits vorbereitet?

Thomas Stiegler

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Der Konjunkturmotor läuft stabil und rund

23. Oktober 2010 - 13:37 Uhr

Scheinbar passt es nicht zusammen

• Einerseits:
Der Ifo Geschäftsklimaindex für Oktober bestätigt die positiven Einschätzungen, die allenthalben zu lesen waren. Die Kommentierungen von Prof. Sinn fassen dies zusammen: „Der ifo Geschäftsklimaindikator für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands setzt im Oktober seinen Höhenflug fort. Die aktuelle Geschäftssituation wird von den Unternehmen erneut positiver bewertet, und die Erwartungen haben sich verbessert. Der Konjunkturmotor läuft stabil und rund.“ Ähnlich das Handelsblatt: „Geschäfte von Industrie und Dienstleistern brummen, was sich positiv auf die Beschäftigtenzahlen auswirkt.“

• Andererseits:
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute zeichnen ein anderes Bild:„Für die Prognose bestehen beträchtliche Risiken. So ist die Wahrscheinlichkeit keineswegs gering, dass die USA erneut in eine Rezession geraten. Zudem könnte es in China als Folge von Übersteigerungen an dortigen Immobilienmärkten zu einer massiven Korrektur kommen. Auch ist die Schulden- und Vertrauenskrise einiger Staaten im Euroraum keineswegs ausgestanden.“ Skeptiker und Warner bezüglich der konjunkturellen Entwicklung zu benennen fällt leicht- Paul Krugman, Nobelpreisträger, ist beispielsweise ein solcher.

Und doch passt es zusammen

Die Sicht der Unternehmen ist also positiv- das misst das Ifo Institut mit seinen Befragungen. Die Sicht vieler übriger Akteure zeigt ein ähnliches Bild –ein Google Flash zum Thema Konjunkturentwicklung belegt dies. Die analytische Sicht indessen ist differenzierter. So passt das zusammen: Erwartung der Akteure mit optimistischer Perspektive, real und mit Wirkung auf das zu erwartende Geschehen. Aber: Bei dieser Sicht kommen wirtschaftliche Zusammenhänge zu kurz. Entwicklungen außerhalb der Betrachtung können Wirkungen auf das Betrachtete haben. So ist die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland natürlich abhängig von den Entwicklungen in europäischen Ländern, USA und China etc. Mancher Optimist blendet dies aus.

Blinder Optimismus ist in genauso ungeeignet wie Zukunftsängste. Aktzeptieren wir einfach: Die Muster haben sich verändert: Vor der Krise ist nicht nach der Krise:

• Das konjunkturelle Auf und Ab geht schneller
• Die Ausschläge sind größer als in den Jahren zuvor

Da ist es ratsam die Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Agilität von Unternehmen zu entwickeln- Unternehmen müssen sich auf eine Zukunft mit Überraschungen, positiven wie negativen einstellen. Das ist ein Thema, das auf die Agenda der kommenden Jahre gehört. Die Planung 2011 sollte sich dieser Herausforderung bereits stellen.

Eine Planung, die sich auf Finanzergebnisse beschränkt reicht da nicht aus. Die Entwicklung der Organisation, Personalentwicklung und Persönlichkeitsentwicklung von Mitarbeitern gewinnt an Bedeutung. Management of Chance wird zur umfassenden Aufgabe.

Wie sehen Sie das? Gibt es in Ihrem Unternehmen hierzu Ansätze?

Zum Weiterlesen:
1. Management Herausforderungen:
a. Strategische Ausrichtung wichtiger als kurzfristige Aktionen
b. Über Orientierung und Landkarten
c. Krise – Da gibt es Unterschiede

2. Konjunktur:
a. Ifo-Geschäftsklimaindex Oktober 2010
b. Die umfassende Pressemitteilung der führenden Wirtschaftforschungsinstitute „Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2010: Deutschland im Aufschwung – Wirtschaftspolitik vor wichtigen Entscheidungen“
c. Paul Krugman in Berlin
d. Handelsblatt zur Konjunktureinschätzung

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