Kategorie: Working Capital


Neuer Rekord

4. März 2012 - 18:58 Uhr

Nur kurz: Die Kredithürde des Ifo Instituts ist auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung gefallen. Glaubt man diesem Indikator heißt das: Der Zugang zu Bankkrediten war seit 2003 noch nie so leicht wie heute. Ist nur zu hoffen, dass dies keine einschläfernde Wirkung auf Unternehmen hat.

Ach ja, wie steht es um das Working Capital Management ? Ist das jetzt überflüssig?

Thomas Stiegler

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Working Capital Management

6. November 2011 - 19:51 Uhr

Wie langweilig ist das denn? Working Capital Management- anstatt in Strategien und Zukunftsplänen zu schwelgen!

Vielleicht langweilig, aber auf jeden Fall notwendig. Die Finanzierungssituation für Unternehmen verschlechtert sich, gemessen durch das IFO Institut

Und: Die Möglichkeiten durchdachter und konsequenter Working Capital Management Massnahmen sind nicht ausgeschöpft.

Thomas Stiegler

Links zum Thema Finanzierung, Kredithürde und Working Capital Management

1. Kredithürde
2. Cash for Growth: Wachstum finanzieren, Working Capital optimieren
3. Working Capital- die handwerkliche Seite
4. Kredithürden, Finanzierung und Working Capital
5. Strategische Ausrichtung wichtiger als kurzfristige Aktionen
6. Finanzierungsfragen werden uns noch eine Weile beschäftigen – Und diese Weile wird länger sein als wir das wollen
7. Finanzierung, Kredithürde und Griechenland – Auf die Perspektive kommt es an
8.Und wieder: Die Kreditklemme
9. Finanzierung der Zukunft
10. Herausforderung Finanzierung
11. Ist die Kreditklemme „REAL“

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Working Capital- die handwerkliche Seite

2. Februar 2011 - 18:46 Uhr

Finanzierung meint auch Innenfinanzierung. Die ist noch allemal die günstigste Finanzierungsform. Prominente Rolle hierbei: Working Capital Management.

Voraussetzung hierfür ist ein Verständnis über den Cash Conversion Cycle und ein Verständnis der Stellschrauben diesen zu optimieren.

Im Kreise der Controller besteht weitgehend Einigkeit (1):

->Working Capital Management ist Handwerk und keine Zauberei
->Working Capital Management ist nichts Hochkomplexes und keine Wissenschaft
->Working Capital Management muss vor allem betrieben werden- überlegt und konsequent.

Die Praxis jedoch zeigt diesbezüglich in vielen Unternehmungen erhebliche Schwächen. Die Folge: Erreichtes erodiert- und zwar unabhängig ob Erfolge im Rahmen besonderer Anstrengungen des Tagesgeschäft erzielt wurden oder im Rahmen von Optimierungsprojekten (2) .

Klarheit schaffen

Klare Verantwortlichkeiten sind ein bedeutsamer Erfolgsfaktor. Sind beispielsweise die Verantwortlichkeiten für Forderungen, Bestände und Lieferantenverbindlichkeiten im Unternehmen geklärt? Sind die Vorgehensweisen abgestimmt, ist also beispielsweise klar, welche Risiken das Unternehmen bei der Vergabe von Kreditlimits einzugehen bereit ist und welche Zahlungsziele akzeptabel sind? Wer verantwortet dies? Die Vertriebsdirektorin? Der Finanzdirektor? Der Sprecher der Geschäftsführung?

Working Capital Management ist Handwerk und erfordert Können. „Jegliches handwerkliche Können basiert auf hoch entwickelten Fähigkeiten und Fertigkeiten“ (3) Gute Handwerker, die nicht wissen, warum sie etwas tun, kann ich mir nicht vorstellen.
Alles klar?

Thomas Stiegler

Anmerkungen

(1) Diese zeigte beispielsweise eine Forendiskussion in XING
(2) in einem früheren Blogbeitrag habe ich einen möglichen Projektaufsatz skizziert.
(3) Richard Sennett S.33

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Kredithürden, Finanzierung und Working Capital

28. Januar 2011 - 18:36 Uhr

Ergebnisse des ifo Konjunkturtests im Januar 2011

Die Finanzierungsbedingungen haben sich abermals verbessert. Das Ifo Institut fasst in der Presseerklärung zusammen: „Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Januar weiter auf Talfahrt. Sie hat um 0,9 Prozentpunkte auf 25,4% nachgegeben. Die deutsche Wirtschaft profitiert von vergleichsweise günstigen Finanzierungsbedingungen. Dies wirkt anregend auf die Investitionstätigkeit und damit auf die inländische Nachfrage.“ Das alles überrascht nicht.

Finanzierung deshalb kein Thema und runter von der Prioritätenliste? Ganz im Gegenteil: Es ist an der Zeit jetzt die langfristige Finanzierungsstrategie fortzuentwickeln und die mittel- und langfristige Finanzierung festzuzurren. Die Finanzierungsbedingungen werden sich wieder verschlechtern (Basel III, konjunkturbedingtes Auf und Ab der Kredithürde, Entwicklung der Inflationsrate und Reaktionen der EZB auf inflationäre Tendenzen, etc.)

Finanzierungsagenda- die Zeit drängt

Finanzierung ist das Lebenselixier der Unternehmungen, abwarten bei Finanzierungsfragen keine Option. Analyse und Aktion sind gefragt- und zwar genau in der Abfolge. Gerade wen Unternehmen auf Wachstum schalten

1. Dreh und Angelpunkt einer jeden Finanzierungsagenda: Klarheit über Unternehmensstrategie und Geschäftsmodel. Finanzierungsstrategie, Unternehmensstrategie und Geschäftsmodel müssen aufeinander abgestimmt und an langfristigen Zielen ausgerichtet sein.
2. Auf der Basis einer langfristigen Finanzierungsstrategie sind kurzfristige Entscheidungen erforderlich. Die Chancen der niedrigen Kredithürde sind zu nutzen, die Kredithürde wird steigen.
3. Neben den klassischen Bankkrediten sind Alternative Finanzierungsformen zu erwägen. Sind Ihre Agenda Punkte hierzu fixiert?
4. Der Analyse von Bilanz, Cash Flow, Kreditlimits ist Beachtung zu schenken, insbesondere hinsichtlich von Optimierungen (Stichwort Working Capital Management)

Steht Ihre Finanzierung? Ist Ihre mittelfristige Finanzierung in die Unternehmensstrategie eingepasst? Ist das Wachstum berücksichtigt? Und wie sieht die Risikobetrachtung aus?

Thomas Stiegler

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Working Capital Management: Was ist zu tun?

11. Dezember 2010 - 14:38 Uhr

Unzählige Working Capital Management Projekte überschwemmen Unternehmen und dies schon seit Jahren und in den Krisenjahren mit gesteigerter Intensität. Dennoch, so scheint es besteht immer noch in vielen Unternehmen Handlungsbedarf: Eine Reihe von Äußerungen und Studien (1) jedenfalls legt dies nahe.

Unternehmen haben Fortschritte realisiert. Es gibt allerdings große Performance Spreizungen zwischen den Besten und den Übrigen. Dies ist ein Beleg dafür, dass Potentiale offen liegen (2).

Das kann doch nicht wahr sein: Working Capital Management ist ein Thema von hoher Bedeutung zur Innenfinanzierung und trägt zur Verbesserung der Bilanzstruktur bei. Working Capital Management hat also Bedeutung von hoher Reichweite. Es ist nicht übertrieben zu behaupten: Working Capital Management kann einen Beitrag zum strategischen Erfolg eines Unternehmens leisten. Und zudem: Das Thema ist bekannt und wirkt nicht allzu schwierig. Wie passt das zusammen? Sind sich Management und Mitarbeiter bei Unternehmen mit Nachholbedarf ausreichend über die strategische Bedeutung dieses Handlungsfeldes bewusst? Oder was sind sonst die Gründe?
Bedarf es umfassenderer Projektansätze um dieses Handlungsfeld erfolgreich zu bearbeiten?

Anmerkungen:
1. Beispielsweise: die EY Studie „Cash on the Prescription“
2. ebenda

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Strategische Ausrichtung wichtiger als kurzfristige Aktionen

27. September 2010 - 15:44 Uhr

Vorausschau 2011

Stehen die Eckwerte Ihrer Planung für 2011? Kommt die Budgetierung voran? Sind die wesentlichen Projekte geplant? Haben Sie begonnen, Ihre Agenda 2011 zu schreiben? Sind Sie im Zeitplan? Haben Sie die Gremiensitzungen schon terminiert?

Vorausschau 2011 – und das alles bei unklaren Rahmenbedingungen: Der Tanz der diffusen Signale geht weiter, ohne Unterlass. Mit Sicherheit auch 2011. Dies ist konjunkturellen und strukturellen (Stichwort Globalisierung) Themen geschuldet.

Die Teilnehmer der Finanz- und Kapitalmärkte neigen zu einem Verhalten, das dem von Herden nicht unähnlich ist: Einmal laufen alle in eine Richtung, und dann wieder in eine andere. Der Richtungswechsel ist real und hat Auswirkungen. Häufig ist er aber nicht vorhersehbar oder gar zu verstehen, da nicht durch Fakten getrieben. Auch das wird uns 2011 befassen.

Realwirtschaft

Realwirtschaft funktioniert ein wenig anders.

Für börsennotierte Gesellschaften ist das ein Problem, für andere weniger – aber alle Unternehmungen stehen in diesem Konfliktfeld. Denn beide Sphären sind verknüpft.

Eine überzogene Orientierung an den Finanz- und Kapitalmärkten gepaart mit den kurzfristigen Ergebnisanforderungen erschwert mittelfristige und langfristige Erfolge. Und damit meine ich vor allem die Quartalsdenke: also den Zwang, im Quartalsrhythmus Ergebnisse vorweisen zu wollen oder zu müssen. Für alle Unternehmen ist es aber wichtig, Ideen, Konzepte und Vorgehen zu entwickeln, um die Zukunft zu gewinnen.

Hier setzen Plan, Budget, zentrale Projekte und Agenda-Setting an – häufig im letzten Tertial eines Jahres. Mit der Arbeit an diesen Themen widmen Sie und Ihre Organisationen Ihrer Zukunft Zeit. Das sollte nicht zu einer Excel-Fingerübung verkommen. Es geht um mehr als konsistente Tabellen und Zahlen.

Was heißt das?

Unternehmenserfolg lässt sich nicht operativ gewinnen. Effizienz alleine reicht nicht. Unternehmenserfolg setzt strategische Orientierung voraus. Die Herausforderung ist also, Unternehmen richtig aufzustellen im operativen und strategischen Sinne – und das nicht nur in Umbruchzeiten, aber auch in diesen.

Es gilt, die Zeit zu nutzen. Und das positive Geschäftsklima darf nicht darüber hinweg täuschen: Es gibt noch genug zu erledigen.

• Welche Glieder und Bereiche Ihrer Wertschöpfungskette stehen im Fokus? Ist die Fertigungstiefe für heute und morgen auf dem „richtigen“ Niveau? Sollte Insourcing oder Outsourcing forciert werden? Haben Sie das Produktportfolio bereinigt und auf zukünftige Anforderungen ausgerichtet? Gilt es, Serviceleistungen auszuweiten?
• Ist Ihre Wachstumsstrategie ausformuliert und muss mit Maßnahmen 2011 unterlegt werden? Ist eine regionale Expansion angesagt? Soll Wachstum in angestammten Märkten erfolgen? Wie?
• Wie lässt sich die Effizienz der Fertigung weiter steigern?
• Sind die Herausforderungen ohne weitere Investitionen in IT zu lösen?
• Welche Strategien für Training und Ausbildung sollen und müssen zum Einsatz kommen? Wie muss sich die Organisation weiter entwickeln, um ihre Zukunftsfähigkeit zu erhöhen?
• Gilt es, in den Vertrieb zu investieren? Sind Kostensenkungsprogramme angedacht?
• Finanzierung: Wie sieht es 2011 aus mit Finanzierungsbedarfen? Welche Rolle werden Working Capital Management und Forderungsmanagement spielen (das sind ja sicherlich Dauerbrenner)?

Und darüber hinaus: Ist das Risikomanagement auf dem gewünschten und erforderlichen Stand? Ist allen Mitarbeitern in der Organisation die strategische Ausrichtung bekannt? Ist sie auch allen bewusst? Haben Sie die aktuellen Ziele kommuniziert und die Kommunikation der Ziele 2011 terminiert?

Was steht auf Ihrer Agenda für das laufende Jahr? Was steht bei Ihnen auf der Agenda für 2011?

Zum Weiterlesen:

1. Tanz der diffusen Signale
2. Aktuelles zur Konjunktur
3. Unsicherheiten auf den Finanz und Kapitalmärkten
4. Globalisierung

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Finanzierungsfragen werden uns noch eine Weile beschäftigen – Und diese Weile wird länger sein als wir das wollen

21. Juni 2010 - 13:36 Uhr

Der Optimismus bei Management und Entscheidern steigt, der IFO-Konjunkturindex zeigt das – und zwar deutlich. Aber auch: Experten sind skeptisch und fühlen sich durch den ZEW Index bestätigt. Doch dieser Index wirft Schatten: Berufspessimisten oder Analytiker mit Realitätssinn?
Klar ist in jedem Fall: Wir sind noch nicht durch- Griechenland, Portugal, Spanien, und jetzt wieder Dubai. Und vielleicht doch eine Immobilienblase in China? You never know.

Die Märkte sind nervös, mögliche Effekte schwer abzuschätzen. Der Eurokurs schlägt Kapriolen. Krise: Die Herausforderungen sind mannigfaltig – und mancher wird seufzen: „Bitte nicht noch ein Stresstest.“ Die Entwicklungen werden auf diese frommen Wünsche jedoch keine Rücksicht nehmen.

Liquidität sichern „immer und überall“ – das große Bild

Michael Maisch meint bereits am 27.04.2010 im Handelsblatt auf Seite 37: „Banken geht das große Geld aus. Der Kapitalhunger der überschuldeten Staaten wird zum Problem für die Finanzbranche. Regierungsanleihen drohen Bankenbonds vom Markt zu verdrängen.“
Und weiter im Text: „Dazu kommt: Die Länder, die mit einer ausufernden Verschuldung kämpfen, bringen eine wahre Flut an Anleihen auf den Markt, ein harter Verdrängungswettbewerb zwischen Staats- und Unternehmensbonds steht bevor. Die Folge: Die noch immer angeschlagenen Banken müssen für ihre Anleihen mehr Zinsen zahlen. Das drückt auf den Gewinn und wird einzelne Banken womöglich in Schwierigkeiten bringen. Die Furcht vor dem „Crowding-out“, wie Ökonomen den Verdrängungswettbewerb nennen, geht um.“

Ist die Analyse aus heutiger Sicht falsch?
Ich denke nein: Diese Sorge habe ich schon eine Weile.

Wie steht es um Kredite?

Ganz einfach: Nicht wirklich gut. Das zeigt auch die IFO- Befragung zur Kredithürde. Sicher ist die Kredithürde gesunken – aber schauen Sie auf das Niveau. Und wir müssen auch nicht die nächste Analyse abwarten, um die Situation kritisch einzuschätzen.

Dieselbe Problematik zeigt auch eine KFW Studie. „Am 27.05.2010 wurden die Ergebnisse der jährlichen Unternehmensbefragung zu Bankenverhalten und Finanzierung, die die KfW Bankengruppe im ersten Quartal 2010 in Zusammenarbeit mit 26 Wirtschaftsverbänden durchgeführt hat, veröffentlicht.
Die wichtigsten Ergebnisse sind:
• Finanzierungsprobleme haben sich 2009 nochmals verschärf
• Herabstufungen der Bonitätsbeurteilung betreffen vor allem große und kleine Unternehmen
• Kreditzugang wichtiger Faktor für die konjunkturelle Erholung“

Also: Mit den Krediten bleibt es schwierig. Wenn ich etwas übersehe, dann bin ich zumindest in guter Gesellschaft mit der Wirtschaftswoche.

Die Innenfinanzierung ist ohnehin „günstiger“ – und so kommen wir wieder zu Themen wie Working Capital Management. Sind hier wirklich alle Maßnahmen getroffen? Nachhaltig und zukunftsfest? Prüfen Sie nach.

Es ist nur eine Fußnote zur Wirtschaftskrise: Während Unternehmen um Finanzierungen kämpfen, zanken sich die Finanzierer oder entbehrt diese Meldung der Wirtschaftwoche jeder Grundlage – (andere Probleme haben wir nicht, oder?)

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Finanzierung, Kredithürde und Griechenland – Auf die Perspektive kommt es an

29. April 2010 - 16:39 Uhr

Das Ifo-Institut hat heute in der monatlichen Berichterstattung zur Kredithürde berichtet: Nein, es gibt keine Überraschungen, lediglich eine leichte Entspannung der Lage. Die Kredithürde ist nach wie vor ein Problem für Unternehmen und insbesondere für mittelständische.

Es treffen also Welten aufeinander: Die Banken sehen keine Kreditklemme und liegen damit wohl auch richtig. Zeitgleich bescheinigen jedoch die Unternehmen den Fragern vom Ifo-Institut, dass es erhebliche Hürden bei der Kreditnahme gibt. Und auch die Unternehmen haben Recht.

Kurz und paradox: Beide Seiten haben Recht, weil zwei verschiedene Sichtweisen aufeinander treffen. Es ist die Aufgabe von Banken, die Finanzierung von Unternehmen zu ermöglichen, Kredite zu gewähren und Renditen zu erwirtschaften. Und es gibt Regelwerke – Stichwort Basel 2: Aus gutem Grund sind die Finanzinstitute darin zu risikoadäquatem Verhalten angehalten. Das Finanzierungsproblem der Unternehmen indessen wird so nicht in jedem Fall gelöst. Unternehmen sehen die Welt aus unternehmerischer Perspektive. Sie schätzen Chancen und Risiken anders ein als Banker,die derzeit sicherlich mit höherer Risikoaversion agieren als in vergangenen Jahren – viel gescholten und kritisiert, mit durchaus handfesten Problemen bezüglich eigener Ergebnisse und nicht zu vergessen, Risiken in den eigenen Bilanzen – Stichwort Griechenland. Auch die KfW-Programme helfen da nicht in allen Fällen. Denn die bürokratischen Hürden erscheinen manchem zu hoch.

Doch es geht um Unternehmensfinanzierung und nicht um Kredite: Liquidität ist Voraussetzung für den Fortbestand und das Wachstum von Unternehmen, und Kredite sind dabei nur ein mögliches Instrument, Finanzierung darzustellen. Und hier stellt sich die Frage, ob alle Instrumente der Finanzierung bereits genutzt werden, die in der Hand der Unternehmen liegen.

Sind die Hausaufgaben also wirklich gemacht?

Zur Überprüfung bietet sich eine systematische Vorgehensweise an.

1. Analyse der Liquiditätslage und Planung der Liquiditätsentwicklung
2. Identifizierung der Finanzierungsziele – hier ist die Abstimmung mit der Firmenstrategie erforderlich
3. Auswahl aus den möglichen Alternativen und Bewertung
4. Umsetzung

Das hängt ja zusammen: Welche Finanzierungszwecke sind zu erfüllen? Was ergaben die Analysen von Bilanz, Kapitalflussrechnung und Gewinn und Verlustrechnung? Wie sind die Bilanzrelationen? Ist die Eigenkapitalquote auf dem richtigen Niveau? Lässt sich eine Fremdfinanzierung darstellen? Wie ist das Rating seitens der Banken? Wo soll die Reise hingehen? Was ist in der nächsten Zeit zu finanzieren? Wachstum? Innovationen? Wie sind die Planungen bezüglich zukünftiger kurz- und mittelfristiger Produkteinführungen? Wie sieht es mit Prozessoptimierungen aus? Sind Kostensenkungen geplant? Welche Liquiditätsanforderungen ergeben sich aus diesen Maßnahmen? Oder geht es darum, zu überleben – kommt es bereits darauf an, die Unternehmung gut aus einer Krise heraus zu manövrieren?

Lassen Sie uns das Thema Finanzierung einmal von einer anderen Seite angehen: Starten wir von der „Instrumentenseite“.
Ist ein Börsengang möglich? Kann Private Equity eine Rolle spielen? Sind die Gesellschafter zu Beiträgen bereit und in der Lage? Brauchen Sie überhaupt eine Erhöhung Ihres Eigenkapitals? Ist Mezzanine Kapital eine sinnvolle Option? Wie sieht es mit Sales-and-lease-back von Anlagevermögen aus? Benötigen Sie Eigentum an Grund und Boden aus strategischen zukunftsorientierten Gründen? Sind die Möglichkeiten des Working Capital Managements tatsächlich und nachhaltig ausgeschöpft, oder gibt es noch Ecken an denen sich das Kehren lohnt?

Klar ist, dass die Finanzierung zu sichern ist und das geht nur vorausschauend. Erforderlich ist es aber, die Zukunft zu gestalten und da hilft nur ein Plan zum Durchstarten.

Zum Weiterlesen:

1. Die Kredithürde-Ergebnisse des ifo Konjunkturtests im April 2010

2. Finanzierung der Zukunft

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Und wieder: Die Kreditklemme

13. April 2010 - 14:47 Uhr

KFW äußert sich besorgt

Klingt die wissenschaftliche Analyse durch ihre Darstellung mit ausgewogenen Formulierungen eher beruhigend, und zwar sowohl in der Langfassung als auch in der Kurzfassung, so spitzt die Presseerklärung doch weiter zu.

„Schwache Eigenkapitalsituation der Banken droht zum Hemmnis bei der Kreditvergabe zu werden
• Rückgang der Kreditneuzusagen im letzten Quartal 2009 besonders ausgeprägt
• Entwicklung nicht mehr allein mit rückläufiger Kreditnachfrage aufgrund Investitionsschwäche zu erklären
• KfW sieht Gefahr einer weiteren Verschärfung der Probleme bei der Kreditversorgung für 2010“

Aus Sicht der KFW kommt insbesondere der Eigenkapitalentwicklung der Banken große Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Kreditvergabe zu – und diese ist in Folge von erheblichen Ausfallrisiken eher ungewiss.

Mein Fazit: Unternehmen müssen ihre eigenen Handlungsparameter nutzen, womit wir wieder bei dem Thema Working Capital Management wären…

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Finanzierung der Zukunft

30. März 2010 - 16:27 Uhr

Verzeihen Sie mir, dass ich konkret werde. Wenn in Ihrem Unternehmen Liquiditätsversorgung bereits ein Thema und das Working Capital Management optimiert ist, umso besser . Wenn aber Optimierungschancen zu vermuten sind, besteht Handlungsbedarf. Ich bin sicher, dass dies in der Mehrzahl der Unternehmen der Fall ist.

Working Capital Management – Ein Vorschlag zur Umsetzung

Working Capital Management bedeutet Umsetzung. Und hier wird es vielschichtiger als häufig auf den ersten Blick unterstellt wird. In der Initialphase bedarf es eines projektorientierten Vorgehens. In kürzest möglicher Frist sind die Aktivitäten in die Regelorganisation zu übernehmen. Jedoch nicht ohne Review – Working Capital Management darf nicht in den Mühlen der Organisation in Vergessenheit geraten.

Doch: Was heißt Projekt? Ein Projekt ist ein Projekt, wenn es ein Projektziel, ein Projektteam, einen Projektplan – und nicht zu vergessen – regelmäßige Projektreviews hat. Diese Projektdefinitionen müssen durchdekliniert werden.

• Projektziel
Meine Empfehlung: Fokussieren Sie auf Cash Conversion Cycle. Das heißt: Wie lange braucht ein Unternehmen das in Bestände investierte Geld durch Produktion und Lager durchzupushen und es wieder zu Geld zu machen? Und: Wie lange darf es brauchen? Das Konzept ist simpel und leicht erklärbar. Es kann in verschiedene „Verantwortungsphasen” (Forderungen, Verbindlichkeiten, Warenbestände) gegliedert werden. Ein Herunterbrechen ist ebenfalls möglich (Forderungen: Kundengruppen, etc., Warenbestände: Warengruppen etc.).
• Projektteam
Meine Empfehlung: Bilden Sie drei Projektgruppen: Eine für Forderungen, eine für Warenbestände, eine für Verbindlichkeiten. Besetzen Sie diese mit Mitarbeitern aus unterschiedlichen Bereichen.
• Projektplan
Ein Projekt beginnt und endet. Die Hauptaktivitäten sind zu planen.
• Projektreview
Meine Empfehlung: Regelmäßiger Review der Fortschritte, wöchentlich oder 14-tägig.

Fragestellungen

Working Capital Management: Da geht es natürlich um das systematische Management von Beständen, Forderungen und Verbindlichkeiten. Es geht also um Fragen wie beispielsweise
• Sind tatsächlich alle Maßnahmen zur Erweiterung von Finanzierungsspielräumen genutzt?
• Ist das Debitorenmanagement optimiert? Sind die Zahlungsziele verkürzt, gegebenenfalls bis zur Gewährung von Skonto?
• Sind die Bestände optimiert?
• Wie sieht es mit den Verbindlichkeiten aus? Sind diese weit möglichst „nach oben gefahren“?
Das ist das operative Management des Working Capitals.

Strategische Fragen können aber nicht ausgespart werden.
• Beispiel: Sind die Leistungsangebote angemessen? Ist die Variantenvielfalt der Produkte aus Sicht der Kunden erforderlich? Sind sie bereit dafür zu zahlen. Kann das Sortiment gestrafft werden?
• Sind die Bestände entlang der Produktlebenszyklen optimiert?
• Lässt sich das Zusammenarbeitsmodell mit Lieferanten zu Partnerschaften weiter entwickeln (Stichwort Vendor Managed Inventory)?

Projektarbeit ist auf Ziele fokussierte Arbeit: Mit den dringenden und zugleich wichtigen Themen beginnen, abarbeiten und damit Zeit gewinnen, um die strategisch wichtigen Themen anzugehen. Klingt einfach.

Zum Weiterlesen:
Herausforderung Finanzierung

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