Über Orientierung und Landkarten

Dienstag, 28.09.2010 - 19:45 Uhr

Orientierungsbedarfe

Unternehmen brauchen Orientierung und eine klare Ausrichtung. Unternehmen brauchen „Landkarten“ mit großem Maßstab, um Chancen und Risiken zu erkennen und in unwegsamem Gelände erfolgreich zu sein: Situationsbeschreibung, Beschreibung der Umwelt, Branche, technologische Entwicklungen, Brüche von Trends usw. All das ist nichts ohne Ziele und Ausrichtungen – dies gilt für große und kleine Unternehmen gleichermaßen.

„Beim Autofahren ist das klar: Lenken und Steuern alleine reicht nicht – man muss schon wissen, wo man hin will. Ein Navigationssystem muss her, um von einem Standort A zu einem möglicherweise unbekannten Ort B zu kommen. Auch im betrieblichen Umfeld ist ein Navigationssystem erforderlich: Eine Standortbestimmung muss genauso her wie eine Zielbeschreibung und eine Landkarte mit der Strategie. Und übrigens: Die Kommunikation in Unternehmen sollte sich dringend von der des Navigationssystems im Auto unterscheiden – und nicht nur in eine Richtung erfolgen.“ So schrieb ich an dieser Stelle im Mai.

Lassen Sie uns den Gedanken weiter entwickeln. Bei Navigationssystem sagen Sie nicht: Hauptsache da ist eine Landkarte zu sehen. Super ich fahre los.- Nein, da achten Sie darauf, dass Sie in Deutschland die Deutschlandkarte verfügen. Im Ausland wechseln Sie zur Not das Kartenmaterial, sollte Ihr Navigationssystem nicht alle Karten gespeichert haben. Kurz: Sie achten darauf, dass Ihnen die Karte als Abbild der Wirklichkeit hilft, Ihr Ziel zu erreichen. Ihr Beifahrer oder Ihre Beifahrerin ist mit Sicherheit auch im Bild, wo die Reise hingeht. Und genau an diesen Themen ist zu arbeiten – nicht nur bei Autofahrten.

Landkarte malen

Also: Sie müssen die richtige Landkarte verwenden – eine Landkarte also, die alles Wesentliche enthält, um Kurs zu halten. Zur Orientierung sollten wir allerdings beim Navigationssystem das Zoomen nicht übertreiben. Und das gilt auch für die Unternehmenspraxis.
Es geht hier nicht darum, eine akademische Abhandlung zu schreiben. Im meinem letzten Post habe ich mich mit der Agenda für das Jahr 2011 befasst. Eine solche Agenda setzt aber einen konzeptionellen Rahmen voraus, nennen wir das Ganze – ohne es überhöhen zu wollen – ruhig Strategie. Um erfolgreich sein zu können, ist es erforderlich
• die Ausgangslage zu kennen
• das Umfeld zu kennen
• das Ziel zu kennen
• ein Vorgehen zu planen und umzusetzen –hiermit habe ich mich bezüglich des Jahres 2011 kürzlich befasst.

Lassen Sie uns mit der Ausgangslage und den Umfeldbedingungen beginnen – der Landkarte also, in der der Standort bekannt sein muss.

1. Die Landkarte muss einen Blick aus strategischer Perspektive auf Umfeld, Umgebung, Umwelt, Umstände etc. ermöglichen und zwar hinsichtlich
• Wettbewerb und Wettbewerbsdynamik (Marktstellung, Strategien der Wettbewerber, Lieferanten aber auch Kunden, etc). Hierzu eignet sich das 5-Forces Modell von Porter – nicht wirklich neu, aber hilfreich.
• vorhandener Ressourcen und Kompetenzen
• strategischer Stoßrichtung des Unternehmens

2. Des weiteren bedürfen die strategischen Ziele und die Festlegung der strategische Stoßrichtung des Unternehmens einer Beschreibung

3. Welche Strategien und Taktiken sollen zum Einsatz kommen und welche strategischen Initiativen sind geeignet, die Ziele zu erreichen?

Jede Strategie und jedes Geschäftsmodell muss sich damit befassen, wie das alles finanziert werden soll. Reichen die finanziellen Ressourcen? Sind Risiken hinreichend berücksichtigt? Passt das Vorgehen noch in die Zeit? Haben sich die technischen Voraussetzungen verändert und ist dies umfassend berücksichtigt? – Nicht vergessen: die Gravitationsachsen der Weltwirtschaft verschieben sich soeben. – Und wie geht die Organisation mit Risiken um? Wie sollte sie damit umgehen? Auch damit müssen Unternehmen sich befassen. Eine zentrale Rolle kommt natürlich den Mitarbeitern und der Unternehmenskultur zu. Sind also die Mitarbeiter mit den fachlichen Voraussetzungen ausgestattet? Ist die erforderliche Kompetenz an Bord? Ist die Firmenkultur mit der Strategie und den strategischen Initiativen kompatibel?

Es hilft nichts: Wenn Sie Ihre Planung 2011 mit der größtmöglichen Schubkraft vornehmen wollen, brauchen Sie einen konzeptionellen strategischen Rahmen.

Zum Weiterlesen: Standortbestimmung

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