Dicke Luft kostet Geld (4/4)

Montag, 12.05.2014 - 07:49 Uhr

„Dicke Luft kostet Geld“. Mit diesem Thema habe ich mich in 3 Beiträgen (1) auseinandergesetzt. In abschließenden 4.Teil stehen Konfliktmanagementsysteme im Vordergrund der Betrachtung.

Sollen Konflikte in Unternehmen effizient geklärt werden, so bedürfen diese der systematischen Bearbeitung. In der PWC Studie „Konfliktmanagement – von den Elementen zum System“ (2) entwickeln die Autoren sechs relevante Komponenten zur Kategorisierung von Konfliktmanagement-Ansätzen.

1. Konfliktanlaufstellen
„Welche Stelle ist für den Erstkontakt im Konfliktfalle vorgesehen?“
2. Systematik der Verfahrensauswahl
„Wie gelangt der Konflikt in das jeweils passende Verfahren?“
3. Konfliktbearbeiter
„Welche Kompetenzträger sind für die jeweiligen Verfahren vorgesehen?“
4. Verfahrensstandards
„Wie erfolgt die Steuerung der Vorgehensweisen?“
5. Dokumentation/Controlling/Qualitätssicherung
„Wie werden Rückkopplung und Lernfähigkeit gewährleistet?“
6. Innen- und Außendarstellung/Kommunikation
„Wie kommt Austausch über konkrete Maßnahmen mit Mitarbeitern anderer Unternehmen zustande bzw. wird die Konfliktunternehmenskultur nach innen und außen getragen?

Diese Komponenten eignen sich sowohl für Konflikte am Arbeitsplatz, für Konflikte zwischen Unternehmen und auch für Konflikte zwischen Unternehmensbereichen.

Der PWC Studie zufolge liegt ein „Ein Konfliktmanagement-System erst dann vor, wenn
• alle sechs aufgeführten Komponenten durch entsprechende Elemente realisiert worden sind und
• eine Steuerungsinstanz als siebte Komponente hinzutritt, die die einzelnen Elemente systematisch vernetzt und ihr funktionales Zusammenspiel regelt.“ (3)

Konfliktklärung lediglich unter Effizienzgesichtspunkten zu „erledigen“ verschenkt Potentiale. Konflikte können eine Quelle von Kreativität, Veränderung und Agilität sein. Um diese Potentiale zu nutzen ist ein konstruktiver Umgang mit Konflikten anzustreben.

Fazit:
Konflikte entstehen in unterschiedlichen Schichten von Kommunikation, Zusammenarbeit und Zusammenwirken. Das ist nicht neu. Die Herausforderungen erreichen in einer Welt im Umbruch allerdings andere Dimensionen. Die Quantität der Änderungen und deren Entwicklungsdynamik erreicht eine neue Qualität an kommunikativen Herausforderungen. Ein administrativer ausgerichteter Umgang mit Konflikten reicht nicht aus.

Konflikte sind Bestandteil von Unternehmenswirklichkeit. Dies führt zu erheblichen Friktionen und Kosten. Konfliktmanagement-Systeme sind eher administrativer Natur und begünstigen bürokratische Konfliktlösungsprozesse.

Konfliktentstehung und Konfliktlösung liegen auf anderen Ebenen: Das zeigt schon die Klappenbach Formel: „Konflikt = Sachebene + Gefühl „Kommunikation. (4)Somit wird die Entwicklung einer angemessenen Kommunikationsarchitektur und Kultur zur entscheidenden Frage. Kommunikationsdimensionen sind zukunftsfest auszurichten.

Thomas Stiegler

Anmerkungen:

(1)Dicke Luft kostet Geld (1/4)
http://thomas-stiegler-consulting.de/blog/alle/dicke-luft-kostet-geld-24-2760.htm Dicke Luft kostet Geld (2/4)
Dicke Luft kostet Geld (3/4)
(2) PWC Studie „Konfliktmanagement – von den Elementen zum System“
(3) ebenda
(4)Quellenangabe in Blogbeitrag

Kategorie: Change, Globalisierung, Veränderung, Wandel Kommentare deaktiviert

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