Strategie und Altpapier

Sonntag, 31.08.2014 - 18:41 Uhr

Die Strategiepapiere von heute sind morgen Altpapier und übermorgen im Shredder. Denken und Handeln in vorgezeichneten Bahnen verspielt Zukunft- die Welt ist im Umbruch. Und Strategiepapiere werden dem oftmals nicht gerecht.

Was ist in unserer Welt los?

Eine pessimistische Sicht- Es klingt düster

Eine Welt voller Gefahren: Überall lauern Bedrohungen- bedingt durch Volatilität , Unsicherheiten und Komplexität – und gefährden unseren Wohlstand. Erbarmungslos schlägt das Unerwartete zu, vernichtet das Gute und Schöne. Erbarmungslos würgt Mehrdeutigkeit Klarheit und Transparenz. Es geht unserer Zukunft an die Gurgel. Es würgt alles was uns lieb und teuer ist, würgt unsere Zukunft in Freiheit und Frieden.

Es klingt düster. Es droht Unheil, getrieben von anonymen Mächten- Mächte die einen Namen haben, VUCA (Volatilität, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) und ein Gesicht: Die VUCA Fratze. Diese Fratze erschreckt uns mit fundamentalen Krisen, hart und grausam, unmenschlich verroht und kaltblütig.

Unternehmen werden Opfer von VUCA.

VUCA so interpretiert klingt düster und ist es auch.

In dieser Sicht werden wir Opfer, wären da nicht die Guten, die Helden, die mit klarer Analyse und beherzten Handlungsempfehlungen das Böse, das Gefährliche, das Ungewisse in Schranken weisen würden. Nein, es verwundert nicht, dass das Acronym VUCA aus der Strategieküche des amerikanischen Militärs stammend längst seinen Buzzword–Weg in die Wirtschaft gefunden hat.

Handelt es sich bei VUCA um ein wahres Bonanza für Unternehmensberater und Coaches oder handelt es sich um sinnvolles Konzept zur Orientierung in unübersichtlichen Zeiten?

Eine realistische Sicht

Unsere Welt unterliegt dramatischem Wandel, Atem raubend, schnell und rücksichtslos.

Dieser Wandel ist fundamental. In ihm liegen Chancen- Chancen die diejenigen nutzen werden, die lernen auf den Änderungswellen zu reiten: Mit Wahrnehmung, mit Intuition und mit Analysen. Althergebrachtes verliert an Bedeutung. Neues entsteht. Chancen und Erfolg sind direkte Nachbarn von Risiko und Katastrophe.

Es geht nicht melancholisch depressive Grundmelodie. Ganz im Gegenteil- genug also von Dunkelheit, Beschreibung von Gefahren und Gefährdungen- ohne Perspektiven.

Ja die Welt ist im Wandel. Ja es ruckelt, manchmal stärker, manchmal weniger stark. Es ruckelt und wird weiter ruckeln. Das gehört zu Entwicklungen jeder Art. Im Rückspiegel nennen wir dies Geschichte- und wir können jeden Tag in den Rückspiegel schauen.

Wie können aber auch nach vorne schauen.

Das VUCA Model leistet einiges in einer Welt der Umbrüche. Volatilitäten, Unsicherheiten, Komplexitäten und Mehrdeutigkeiten. Das Konzept bringt es auf den Punkt- nicht mehr und nicht weniger. Klar ist auch: Die Kompetenzen des letzten Jahrtausends reichen da jedoch nicht aus.

Die Strategiepapiere von heute sind morgen Altpapier. Kann VUCA-denken zukünftige Papiere vor diesem Schicksal bewahren? Werden die Shredder in den Strategieabteilungen von Unternehmen in Folge dieses Denkansatzes ausrangiert werden?

Thomas Stiegler

Kategorie: Change, Change management, Globalisierung, VUCA, Veränderung, Wandel Kommentieren »


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