Geschäftsklima, Konsumklima und Strategische Initiativen

Mittwoch, 24.11.2010 - 14:28 Uhr

Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zeigt sich robust.

• Das Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft hat sich im November weiter verbessert und liegt nunmehr über den Werten der Boomjahre 2006/2007. Das berichtet das Ifo Institut heute. Spiegel Online titelt hierzu: „Wirtschaft so euphorisch wie seit 1991 nicht mehr“

• Ein weiteres Indiz: „Der Gabentisch wird dieses Jahr in den meisten Wohnzimmern reichlich gedeckt sein. Rund 93 Prozent der Deutschen beabsichtigen, für durchschnittlich 245 Euro Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Laut einer aktuellen Studie der GfK Gruppe kann der Handel mit Umsätzen für Geschenke in Höhe von rund 14 Milliarden Euro rechnen.“ Nicht schlecht.

Auf breiter Front wächst in Deutschland also das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung, trotz relativ schwacher Konjunktur in der Mehrzahl der EU Länder, trotz Schuldenkrise in Griechenland, Irland, Portugal, trotz der schwachen konjunkturellen Entwicklung in den USA und trotz der konjunkturellen Risiken in China (dort wird die Inflationsbekämpfung mehr und mehr zu einer wirtschaftpolitischen Herausforderungen, mit allen bremsenden Effekten) In einem solchen Umfelde werden wir (trotz möglicher Rückkopplungseffekte) zu einem Land der Optimisten.
Respekt.

Durchstarten mit Zuversicht und strategische Initiativen lostreten

Keine Frage: Es gilt Chancen zu nutzen und derer gibt es viele. Klar: Aufwind nutzen, um Absatz, Umsatz und Ertrag zu steigern, Gewinne realisieren, Finanzierungsposition verbessern, Risikopositionen optimieren, Voraussetzungen zur Verbesserung des Ratings erzielen. Beherzt agieren, mutig aber bedacht. Das alleine ist bereits eine komplexe und facettenreiche Aufgabe und beinhaltet Themen wie Kapazitäten managen, Mitarbeiter einstellen, Working Capital den veränderten Planungen anpassen, Versorgungsengpässe bei Vorprodukten im Griff halten etc. Unter dieser Last ächzen vielerorts Mitarbeiter und Organisationen.

Die Bewältigung der operativen Themen alleine reicht nicht. Eine lineare Fortschreibung des Vorgehens der Vergangenheit wäre fatal- ein nur schneller Drehen wird den Veränderungen des Umfeldes im globalen Ausmaß nicht gerecht. Kurzfristiges Denken und Handeln reicht nicht, um die Zukunft zu gewinnen.

Der Aufschwung überdeckt Strategie und Strukturprobleme. Ein Auswachsen von wirtschaftlichen Schwierigkeiten erscheint als veritable Strategie.

Und das, so denke ich, ist genau die Gefahr der derzeitigen konjunkturellen Entwicklung, mit fatalen Folgen:
• Die Analyse von Änderungsbedarfen kommt zu kurz
• Das Initiieren von strategischen Initiativen wird verschoben
• Reflexionen über Unternehmenskultur und Mitarbeiterentwicklung und deren strategischer Bedeutung kommen in der Hektik der konjunkturellen Entwicklung zu kurz.

Oder irre ich? Sind die strategischen Initiativen in den Planungen für das nächste Jahr verankert? Sind Geschäftsmodell, Innovationsstrategie, Supply Chain und Fertigungstiefe auf dem Prüfstand? Sind bei der Projektlast die Leistungskraft und der Leistungswille der Mitarbeiter und Organisation beachtet? Sind Planungen im Gange die Unternehmenskultur zu verfeinern und fortzuentwickeln, um strategischen Herausforderungen gerecht werden zu können?

Zum Weiterlesen:
Konjunktur Blogbeitrag im August 2010

Kategorie: Globalisierung, Strategie, Wandel Kommentieren »

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